Über die Grenze nach Sort

Wir beschließen am Abend die Route am folgenden Tag etwas abzuändern, wir wollen mit den vollbeladenen Motorrädern keine ganz kleinen Straßen befahren, sondern den direkten Weg nach Sort machen.Einen Abstecher der zwar einen kleinen Umweg bedeutet, zum größten Solarkraftwerk zum Sonnenofen von Odeillo sei erlaubt. Mit mehr als 3000 Stunden Sonnenscheindauer im Jahr ist die Cerdagne das sonnenreichste Fleckchen Frankreichs. Für Forschungszwecke in der Materialkunde und Werkstoffprüfung wurde der Sonnenofen 1970 in Betrieb genommen. Mit 63 einzelnen der Sonne nachgeführten Fangspiegel, mit einer Spiegelfläche von 2835 m² ist dieser Sonnenofen der Größte der Welt.

 

Ab der spanischen Grenze geht die N116 in die
N260 über und wird ab Bellver de Cerdanya deutlich kurviger. Wir folgen
der N260 und ab La Seu d´Urgell fahren wir in die hochalpine Region.
Steile Straßen und enge Kurven folgen. Am Himmel fliegen einige Adler,
als hätten sie uns im Visier. Nach einigen Stopps an sehr schönen
Aussichtspunkten erreichen wir Sort.

Eigentlich ist Sort ein hässlicher Ort aber wir finden einen schönen Campingplatz am Fluß Rio Noguera Pallaresa. Der wasserreiche Fluss wird von Fachleuten weltweit als einer der besten Wildwasserflüsse Europas geschätzt. Dank der tief verwurzelten Kajakbegeisterung ist die wichtigste Regattastrecke Spaniens Aigüerola, die mitten durch den Ort Sort verläuft, mittlerweile Austragungsort zahlreicher internationaler Wettkämpfe.Die Rezeption ist geschlossen, wir drücken die Klinke und ein junger Bursche in grünem T-Shirt springt uns entgegen und erklärt im gebrochenen Englisch, dass die Rezeption geschlossen sei und erst um 17Uhr wieder öffnet. Kein Problem, wir bauen das Zelt am Fluss auf und gehen durch den Ort, kommen kurz nach17:00 Uhr wieder. Der Bursche mit dem grünen T-Shirt springt uns wieder entgegen und meint „I´m the reception“ und öffnet die Rezeption.Der Platz am Fluss ist wunderbar, die Örtlichkeiten lassen aber die 3 Sterne im Logo des Campingplatzes stark vermissen, alles ist ein wenig heruntergekommen.

Der ganze Ort wirkt ähnlich wie der Campingplatz schmuddelig und irgendwie ungeordnet. Das mag daran liegen, daß die Saison vorbei ist.Einzig das Wettbüro erscheint im sauberen Kleid, geschmückt mit Fahnen mit kleinen Hexen. Es heißt, daß man in den Wettbüros von Sort immer gewinnt – Hexerei?Wir trinken in einem Straßencafe ein kühles Bier und beobachten den Fluß und die Straße.Am Abend wird es am Fluß recht frisch und wir gehen früh in´s Zelt.