Zum Kap der guten Hoffnung

3. Tag

Wir frühstücken früh und sitzen gemeinsam an einem schönen Tisch im Innenhof vom Winchester Manson. Für das reichhaltige Frühstücksbuffet ist kaum Zeit, denn um 9:30 wollen wir uns an den Motorrädern treffen, es soll heute zur ersten Etappe losgehen.
Ralf erklärt nochmal die Garmingeräte und erklärt auf der Karte unsere Route, er weist auf ein paar gefahrenpunkte hin – insbesondere sollen wir darauf achten auf der linken Seite zu fahren und immer dran denken – erst links, dann rechts gucken, wenn auf einer Singleroad unverhofft Gegenverkehr kommt – links bleiben.

Wir rollen die XT´s an die Hauptstraße und biegen links ab.
Zunächst ist es einfach auf der Beachroad dem Hauptverkehr folgen. Wir kommen als bald in Camps Bay an, das auch die Côte d‘ Azur Südafrikas genannt wird. Camps Bay, eingebettet zwischen der bis zu 500 Meter hohen Bergkette „Twelve Apostles“ und dem Atlantik ist ein echtes Unikat mit wunderschönen weißen Sandstränden. Die Mainroad ist voll mit Badegästen, und wir lassen die Motorräder langsam entlang der Strände rollen. Ein super Ausblick. Die Restaurants und Cafés sind voll, Menschen flanieren an der Promenade entlang – hier lässt es sich sicher aushalten.

Wir fahren die M6 Victoria Rd. Weiter bis Houte Bay, ein kleine Fischerei- und Touristenort, immer den Blick auf die Küste. Nachdem die kleine Stadt durchfahren ist, beginnt ein Höhepunkt der Tour – der Chapman’s Peak Drive.

Eine der schönsten Panoramastraßen der Welt, leider viel zu kurz. Der in den massiven Fels geschnittene Chapman’s Peak Drive wurde zwischen 1915 und 1922 gebaut und verbindet damit Hout Bay und Noordhoek. Die Straße wurde genau dort in den Felsen geschlagen, wo der weichere Sandstein über dem härteren Granit liegt.
Wenige hundert Meter unter uns prallt der Atlantik mit hohen Gischt-Fontänen an die zerklüfteten Klippen.

Als wir 2008 hier fahren wollten war die Strecke gesperrt, da zahlreiche Stahlträger vom Salz der Meeresluft zerstört waren. Umsomehr freuen wir uns an der Mautstelle auf die 10km lange Fahrt, wir zahlen die 25Ranhd pro Motorrad und los geht’s.
Zahlreiche Haltebuchten, die leider immer küstenseitig angelegt wurden, bieten sich an für Foto- und Genießerstopps. Die sagenhaften Aussichten kann man kaum beschreiben. Und genau in dem Moment passiert es – Herman und Thorsten fahren los – beide bleiben auf der rechten Straßenseite, wir schreien und hupen hinterher, können nur noch hoffen dass Hermenn seinen Irrtum noch rechtzeitig bemerkt – und es ist nochmal gut gegangen.
Auf der halber Länger des Chapman’s Peak Drive ist die Kontrollstelle, nur ich muß den Zettel vorzeigen, die anderen fahren so durch.
Weitere Infos zum www.chapmanspeakdrive.co.za

Hinter Sunvalley biegen wir rechts auf die M65 über Oceanview Richtung Scarborough und weiter in den Capepoint national park.
Das südliche Ende der Kap Halbinsel kann eigentlich mit zwei Spitzen aufwarten, dem Cape of Good Hope und dem noch etwas weiter südlichen und höher gelegenen Cape Point oder das „Kap der Stürme“, wie Bartholomeus Diaz es 1488 nannte.

Auf dem Weg dorthin überholen wir eine Horde Radfahrer mit Bus als Lumpensammler, die wir dann auch später am Schild beim Kap wiedertreffen. Auf dem großen Parkplatz herrscht reges Treiben, jeder will „alleine“ auf das Foto und auch wir schieben nachdem die Radfahrer durch sind eine XT vor das Schild, wir stellen uns dahinter. Der freundliche Busfahrer fotografiert und mit den verschiedenen Fotoapparaten. Den Weg zum Leuchtturm sparen wir uns und wir fahren zurück aus dem Park.

Kurz vor Simonstown biegen wir nach Boulders Beach ab, hier ist die Kolonie der Afrikanischen- oder Brillen-Pinguine seit einigen Jahren unter der Obhut der staatlichen Naturschutzbehörde. An einem überfüllten Restaurant finden wir einen Tisch, wo alle Platz finden, von hier aus sehen wir auch ein paar Pinguine, die sich auf den Felsen am Strand sonnen. Die Kolonie selber besuchen wir nicht, es ist zu heiß und Ralf verspricht, dass wir noch bessere Kolonien zu sehen bekommen.

Vorbei an Simonstown entlang der Bahngleise der Metro, die zwischen Muizenberg und Simon’s Town dicht am Meer entlang verläuft, fahren wir durch den kleinen Ort Fish Hoek’s, den schönen Sandstrand sehen wir leider nicht. Direkt hintzer Fish Hoek fahren wir auf die Mountain Road Boyes Drive und sehen den schönen Sandstrand von oben.
Wir treffen auch auf einen Stand eines Sharkwatchers, er sieht ob Haie kommen und warnt die Surfer, die sich weiter unten in Muizenberg am Strand tummeln.

Der Rückweg durch die Constantia Winelands ist sehr angenehm, im Schatten der Wälder lässt es sich gut fahren, doch die Straße wird immer breiter bis wir schließlich wieder über Camps Bay in Sea-Point ankommen.
Wir tanken in der Nebenstraße und springen noch zur Erfrischung in den Pool.

Nebel zieht auf und wir ziehen die dicken Jacken an bevor wir den Abend mit einem herrlichen Essen im Quay Four Restaurant beenden.
Die In-Kneipe liegt auf einer vier-fingrigen Anlegestelle im Zentrum des Hafenbeckens und wir haben obwohl wir wegen des kalten Nebels drinnen sitzen, eine herrliche Aussicht auf den Hafen.