Oudtshoorn – de Hoop

12. Tag

Das Frühstück schmeckt wieder und wir können wieder früh starten. Wir fahren durch das Farmgebiet mitten durch die vielen Straußenfarmen. Die Strauße werden hier gehalten wie bei uns Kühe, teilweise ist es schon Massentierhaltung. Die Tiere stehen oftmals in der prallen Sonne auf abgegrasten Böden, nur Auto- oder Treckerreifen mit denen sie spielen können liegen einigermaßen sortiert herum.

Der Rooiberg Pass führt auf knapp 800m u.N.N. in die Rooiberg Conservanca und ist einfach atemberaubend. Ralf warnte noch beim Briefing, das die Piste ausgewaschen sein könnte aber wir fanden eine schöne Schotterstraße vor, sehr gut zu befahren. Die Serpentinen machen richtig Spaß weil der Schotter auch recht griffig ist. Die Aussicht auf die kleine Karoo ist einfach klasse und wir halten auch ab und zuu mal an um die Landschaft zu genießen.

Vorbei an Van Wyksdorp kommen wir wieder auf die Route 62 und biegen nach links Richtung Barrydale ab. Die Route 62 ist breit ausgebaut und macht fahrerisch keinen Spaß aber es gibt schon witzige Sachen auf der Stecke.
Da ist zum Beispiel Ronnie´s Sex Shop. Ein Lokal in dem nur Getränke und ein paar Würste verkauft werden, das Lokal wirkt runter gekommen und schmuddelig, on der Decke hangen jede Menge Büstenhalter, Slips und T-Shirt, teilweise beschriftet herunter.
Im Nebengebäude verkauft Ronnie T-Shirt mit dem Aufdruck I Love Route 62. Der Schriftzug Ronnies´s Shop wurde von einem Spaßvogel mit „Sex“ ergänzt, der ehemalige Farmshop florierte dann als Kneipe.
Ein paar Harley Fahrer stehen vor dem weißen Laden und machen mit lauter Musik und Gasgeben auf sich aufmerksam und fahren dann auf die Route 62 davon. Wir setzen unsere Fahrt nach Barrydale fort.

Barrydale ist ein kleiner Ort, wo wie so oft Obst- und Wein angebaut wird, die kleinen Cafe´s und SHops laden zum Verweilen ein, doch wir tanken nur.
Wir fahren biegen dann auf die R324 über den Tradow Pass, wieder ein Bain´s Pass mit 17km Länge, der durch ein wunderschönes Tal führt. Wir erreichen schließlich Suurbraak, eine alte Missionsstation, deren Missionare vorrangig die Khoikhoi ausbilden und zum christlichen Glauben bekehren wollten.

Es ist auch nicht weit bis Swellendamm, der Ort wurde im Jahre 1745 als Außenposten der Niederländischen Ostindien-Gesellschaft gegründet und ist die drittälteste Stadt Südafrikas.

Die Gebäude im kapholländischen Stil schmücken die Straße, wo überwiegend Cafe´s und B&B Guesthouses zu finden sind. Wir fahren durch die Hauptstraße bis zur Brücke, wo sich das „La Belle Alliance“ befindet.

Ein nettes Lokal mit Bier- bzw. Teegarten. Es gibt wieder leckere Speisen und dazu gesellen sich noch zwei alte Musikanten, ein Mann mit Gitarre und einer mit Saxophon, sie geben ihr Bestes, stellen eine Tipbox auf und bedanken sich bei jedem der einen Tip abgibt mit einer Verbeugung. Richtig nett.
Es dauert lange bis wir endlich das Essen bekommen, wir waren wohl gerade nach einer Busladung angekommen, dennoch schön war´s.
Wir fahren wieder durch die Stadt auf die N2 zurück und biegen rechts auf die Schotterpiste nach Maalgas ab. Wir durchfahren weites Farmland auf schönem Gravel.

Wir kommen an der Fähre über den Breede River an, die Fähre ist gerade auf der anderen Seite, vor uns stehen zwei Motoräder. Die Motorradfahrer werden zuerst heran gewunken, dann folgt Ralf mit dem Anhänger, wir stellen uns schließlich daneben.

Die Fähre von Menschenkraft über den Breede River gezogen, zwei Fährmänner ziehen die Fähre, indem sie sich mittels einer Kette in ein Stahlseil einklinken und dann auf der Fähre nach vorne gehen. Dann klinken sie sich aus, gehen zurück und beginnen von vorne. Das ganze geschieht ohne Hast und es bleibt immer Zeit für ein Lächeln für die fotografierenden Touristen.
Die Fahrt dauert ungefähr eine viertel Stunde, zwischenduch zahlen wir und unterhalten uns mit den Mitreisenden.
Am anderen Ufer warten Anja und Thomas und wir fahren weiter Richtung Wydgelee.

Nachdem wir abgebogen sind eiert mein Motorrad in jeder Kurve, ich halte an, mein Vorderrad hat nur noch wenig Luft. Ich schiebe das Motorrad auf eine gerade Ebene, ziehe meine Klamotten aus und warte auf Ralf, der auch bald ankommt. Das Vorderrad ist schnell getauscht und die Fahrt geht auch bald weiter.

Wir treffen uns wieder am Tor zum De Hoop Nature Reserve, wo wir heute unser Nachtlager finden. In der Ferne sehen wir schon die weißen Dünen, man vermutet zunächst es sei Wasser aber es sind riesige Dünenlandschaften.
Auf dem Weg zur Unterkunft sehen wir viele Bonteböcke und auch Straußen. Das Haupthaus ist eine alte Farm mit einem Bestand vieler alter und mächtiger Feigenbäume. Die Reception ist im Haupthaus, die Quartiere befinden sind ein paar Meter im Gelände.

Wir ziehen uns um, trinken ein Glas Wein an der Rezeption und nehmen den leckeren Wildekrans Chenin blanc mit zum Wasser, ein kleiner See mit Brakwasser hinter dem Farmgebäude und unternehmen einen Sundowner. Zwei Flaschen reichen uns nicht, Barbara holt noch mal Nachschub un d wir genießen die Ruhe an der Wasser.

Das Abendessen im Restaurant ist wieder mal ein Gedicht und wir gehen gemeinsam sehr zufireden zu unseren Häuschen und genießen die Ruhe in der lauen Nacht.