Hermanus – Stellenbosch

14. Tag

Was soll jetzt noch kommen, denke ich mir – wir fahren jetzt mal eben nach Stellenbosch, unsere letzte Station und damit Ende der Reise. Aber weitgefehlt, wir fahren aus Hermanus rau und finden wieder Gravelroad, die wieder mal richtig Spaß bereiten. Das Farmland, wo wir auch Paradieskraniche und Störche sehen, ist unendlich weit, die Wege durchschneiden die Weite. Blauer Himmel mit weißen Wolken unterstreichen die Farblichkeit der Landschaft. Wir fahren durch das Hemel en Aarde Tal und dann über gleichnamigen Pass, das bedeutet Himmel und Erde und so sieht es hier auch aus, alles ist eins.

Wir erreichen schließlich den Ort Caledon. Der Ort ist nicht nur durch die Heilquellen, sieben rund 50 °C heiße Mineralquellen, in zunehmendem Maße populär sondern heute wohl durch das moderne Casino, was mittlerweile die Haupteinnahmequelle des Ortes sein soll. Etliche Cafe´s und Restaurant säumen die Hauptstraße. Wir halten an einem Café an und bestellen. Die Bedienung ist nicht besonders flott, teilt nur kurz mit, dass Load Shedding gleich stattfindet und es kann etwas dauern, nicht so lange. Aufd Nachfrage nach eine knappen Stunde bringt sie dann auch bald das Essen. Lecker aber sehr langsam.
Von Caledon fahren wir dann über die N2 und R44, die beide Autobahn ähnlich angelegt sind nach Betty´s Bay zur Hauptattraktion des kleinen Ortes, der Pinguin-Kolonie Stony Point. Wir halten am Parkplatz und gehen über lange Holzstege längs durch die ganze Pinguin Kolonie.

Die Tiere scheinen sich kaum zu stören und sind völlig unbeeindruckt von den Besuchern auf den Felsen und aalen sich weiter in der Sonne.
Brillenpinguine sind die einzigen heute noch in freier Wildbahn lebenden Pinguine in Afrika und sind hier an der größten Kolonie zusammen mit Klippschliefer, Kormorane und andere Vögel zu sehen.
Etwas unbeholfen sehen sie aus, die kleinen Männlein im schwarz-weißen Frack, wenn sie an Land tollpatschig umher watscheln, im Wasser sind sie genial Schwimmer.

Unsere Fahrt geht auf der R44 weiter entlang der Falsebay, ein fantastischer Küstenpass mit ständigem Blick auf das Meer auf der linken Seite und den Felsen auf der rechten Seite. Wir halten mehrfach an den Haltebuchten an und genießen die herrliche Aussicht. Kurz vor Gordons Bay halten wir zum letzten Mal auf einem Parkplatz an und sehen wie Delphine in einer kleinen Gruppen aus dem Wasser springen und ziemlich schnell ihre Bahnen ziehen.

Wir können schon den Ferien- und Geschäftsstadt Strand erkennen. Unten sehen wir einen Minigolfplatz und zwei großen Gezeitenbecken.
Die Fahrt durch die Stadt ist unangenehm, wir müßen uns auf das Navi konzentrieren und der Verkehr nimmt übermäßig zu. Das sind wir nicht mehr gewohnt.

Wir finden aber den Weg nach Stellenbosch und das Roosenwijn Guesthouse, wo wir schon erwartet werden. Ein Windhoek Lager als Steifelbier genehmigen wir uns zum Abschluss gerne, bevor wir uns umziehen und in die Innenstadt gehen. Wir gehen an das „Alte Hauptgebäude“ (Ou Hoofgebou) der Universität vorbei, ein schönes Gebäude welches in 1905 erbaut wurde.

In der Innenstadt sind viele kapholländischen Häuser zu sehen, die meisten beherbergen Shops und Souvenierläden und natürlich Wineries wie auch das Brampton Wine Studio in der Church Street. www.brampton.co.za
Wenn man die Weinkarte in die Hand nimmt, kommt pure Freude auf, hier werden herrliche Weine im Glas für 22Rd (knapp 1,80€) oder die Flasche für 56Rd (knapp 4,50€) angeboten, davon träumen wir bei uns nur. Ich nehme diesmal einen Rosé, der vorzüglich schmeckt. Wir amüsieren uns köstlich vor dem Weinstudio, und einige Flaschen Wein gehen über den Tresen.

Es wird kühl und wir gehen dann langsam zu unserem Restaurant, das Ralf noch ausfindig machte, das Oude Werf Hotel. www.oudewerfhotel.co.za Auf dem Weg dorthin gibt es viel anzusehen und zu probieren – Hüte stehen uns besonders gut

Heute ist Valentinstag, dieser „Feiertag“ gehört er zu den beliebtesten Festtagen in der Kapregion und alle Paare scheinen an dem heutigen Tag ihre Liebe mit einem gemeinsamen Essen bestätigen zu wollen. Alle Restaurants sind ausgebucht und das geplante Restaurant hatte Ralfs Reservierung wohl ignoriert. jedes Paar aus Stellenbosch und Umgebung sitzt am heutigen Aber dazu zweit an einem Tisch und schauen sich verliebt an. Auch in unserem Restaurant sind wir die einzige Gruppe, um uns herum sind nur Paare, allen Alters. Es gibt ein spezielles 5 Gänge-Valentines Menü, das uns sehr liebevoll serviert wird. Das Essen ist fantastisch und wir haben am letzten Abend auch viel Spaß.
Gegen Mitternacht gehen wir zurück zum Guesthouse und genießen noch ein paar Minuten auf dem schön angelegten Hof.