Marokko – die Anreise

16.9. Fähre in Genua
Wir kommen endlich in Genua an und finden den Parkplatz Firpo auch relativ schnell. Wir klingeln und das Tor geht auf, bald kommt eine junge Frau angelaufen und weist uns den Stellplatz für den Anhänger und den Pkw zu. Freundlich kassiert sie auch den fälligen Betrag, den sie uns auch quittiert und dann fragt sie noch wann wir wieder kommen – dass unsere Rückkehr in gut zwei Wochen wahrscheinlich erst gegen Mitternacht sein wird stört sie nicht im Geringsten. „We´ll be there“ sagt sie in gutem Englisch.
Wir entladen schnell und ziehen uns um, stellen die Fahrzeuge an die richtigen Stellen. Die Abwicklung ist super aber wir stellen fest, dass alles etwas unordentlich wirkt, das Klo stinkt wie Hulle – gut das man da nicht zwingend drauf muss.
Wir verlassen den Parkplatz von Firpo und fahren zur Fähre, das Navi will immer wieder zur Autobahn, ich verweigere die Aufforderung und fahre immer gerade aus, einmal zu spät abgebogen und wir müssen über die Hochstraße einen riesen Bogen machen. Aber schließlich kommen wir am eingegebenen Wegpunkt an und zeigen bei der ersten Kontrolle die Tickets. Dann zur nächsten Station, wir geben unsere Reservierung ab und erhalten schnell unsere richtigen Tickets für die Fähre.

Auf Line 2 sollen wir fahren und wir haben die Poe Position. Bald kommen zwei Motorräder je mit zwei Personen besetzt angefahren– aller tragen das gleiche – gelbe Regenjacken, sie grüßen und ziehen die grellen Dinger aus, nun haben alle knall rote T-Shirts an – Alp Tour 2016 steht drauf, auf knappen Englisch erzählt der eine mir, dass sie die Alpentour gemacht haben und über Barcelona weiter nach Valencia müssen.
Die anderen Lines sind alle schon belegt – ich hatte es nicht geglaubt aber die Pkw und Kleinbusse sind vollbepackt, oft passt nur noch ein Fahrer knapp ins Auto, die Dächer sind mindesten 1m hoch beladen – Möbel, Tische, Fernseher Kühlschränke und noch mehr – alles unter Planen versteckt und mit Leinen verzurrt – bei einigen hat der Kotflügel schon Kontakt mit dem Reifen – ob das gut geht.
Bald kommen noch mehr Motorräder, eine gemischte Gruppe zwei Männer und zwei Frauen aus Bayern, eine Gruppe aus Tschechien, drei Männer und eine Frau sowie zwei Männer aus Unna bzw. Detmold. Es gesellen sich noch ein paar Harleyfahrer dazu und ein Paar mit SUV und Ducatis auf dem Anhänger, die aber kein Gespräch mit uns wollten.
Endlich geht’s los – die Reisebusreisenden hatten schon mehrfach Anlauf genommen, um auf das Schiff zu kommen aber sie wurden immer wieder zurück gewiesen – nun können sie aber los
und wir mussten erst mal vorfahren und an der Seite parken. Die Passagiere mit Ziel Barcelona kommen als erste auf die Fähre und nach wieder einer halben Stunde sind wir dran.
Auf Deck drei, ganz vorne an der Bordwand müssen wir uns platzieren, die Abfertigung geht schnell und uns werden unsere Kajüte schnell zugewiesen.
Wir hatten Abendessen gebucht – eine riesen Schlange stand vor der Tür des Selfservice-Restaurants. Nutzt nichts – da heißt es warten.
Das Essen ist kein Highlight aber was soll´s – wir treffen wieder auf Detlef und Henry und verbringen das Abendessen gemeinsam. Etwas müde gehen wir in die Kabine und schlafen.

18.09. die lange Überfahrt
Am Morgen habe ich kräftig Kopfschmerzen und mir ist übel, mehrfach musste ich mich übergeben und bleibe den ganzen Tage liegen – Für mich war der Tag zum Anhalken, sowas kenne ich überhaupt nicht. Barbara geht mal raus an deck, trifft sich mit den beiden aus NRW und schaut wieder nach mir, dabei verpasst Sie wegen mir auch noch das Mittagessen.
In der folgenden Nacht konnte ich trotzdem gut schlafen und am Morgen ging es mir besser

19.09. Tanger in Sicht
Ich konnte etwas frühstücken, das Mittagessen schmeckte mir mäßig aber ich konnte an Deck gehen und mich auch mit anderen Leuten unterhalten. Die Migräne war überstanden.

Am Nachmittag kam dann die Durchsage, dass die polizeilichen Formalitäten in Deck vier erledigt werden könnten – wir gehen runter und müssen dort einen weißen Zettel ausfüllen, vom Inhalt war das gleiche wie der weiße Zettel vom Hafen – es war nur ein anderes Emblem drauf gedruckt. Das vom Hafen konnten wir wegwerfen und das uns gereichte neu ausfüllen und beim Polizisten abgeben. Der trägt unter dem Einreisestempel eine Matrikelnummer in den Pass, dann muss ein grüner Zettel ausgefüllt werden – hier sind die Auto- bzw. Motorraddaten einzutragen und beim Beamten links abzugeben – beide waren freundlich und haben die Fehler, die wir gemacht haben, selbst ohne Kommentar korrigiert. Insgesamt war die Prozedur schnell erledigt und machte irgendwie auch Spaß.

Die Meerenge von Gibraltar war zu sehen, leider war es sehr diesig und Wolken kamen auf und es sieht aus als würde es gleich regnen. Irgendwann kam die Aufforderung die Kabinen bis 16:00 zu räumen – dem folgten wir prompt und gingen an Deck. Nun warteten alle gespannt auf die Ankunft in Tanger, einige rätselten ob die Fähre an der linken, den mittleren oder am rechten Anleger anlegt. Egal aber es war der Linke.
Die Decks wurden nacheinander aufgefordert sich zu den Fahrzeugen zu begeben, es ging recht zügig, auch wenn einige es gerne etwas schneller gehabt hätten.
Als wir von Bord rollten wurden die Motorradfahrer angewiesen an den Schlangen vorbeizufahren, einfach durch zu fahren und das machten wir auch selbstredend mit Freude. Wir stellten uns seitlich auf bis ein Zöllner uns die grünen Belege abnahm, diese mit dem Fahrzeug verglich und uns zur Polizei schickte. Dort wurde alles im PC eingegeben und es gab einen weiteren Stempel. Zurück beim jungen Zöllner gab er uns die ersten Durchschläge zurück und wir konnten los. Wir verabschiedeten uns von den anderen und fuhren zum vorgebuchten Hotel Villa Marina.
Die beiden Gastgeber begrüßen uns freundlich am Tor, schoben Tische und Stühle zur Seite, dass wir die Motorräder abstellen konnten, die Frau zeigte und die Zimmer und wir breiteten uns schnell aus.
Ein kurzer Gang in den Ort verhalf uns zu frischem Wasser, Telefonkarten gäbe es dort nicht.
Da wir noch ein paar Lebensmittel dabei hatten begnügten wir uns mit der Flasche Rotwein, etwas Brot und Salami.