20.9. an der Küste entlang

Ganz früh wurden wir vom Muezin geweckt. Eine tiefe Stimme quäkte durch die Lautsprecher, die Stimme ist nicht so melodisch wie in der Türkei, stellten wir fest. Danach krähten diverse Hähne und schließlich auch unser Handy – 7:00 Uhr aufstehen.

Das Frühstück war sehr gut, leckeres Brot und Marmeladen und vor allem lecker Kaffee. Beim kurzen Gespräch mit Tierry und seiner Frau wohin wir wollen und wie lange wir bleiben, bemerkt er was wir in El Jebha wollen – kein Restaurant, kein Hotel – NICHTS- wir grinsen und fahren winkend los. Erst mal geht´s zurück Richtung Hafen und weiter zur mediteranen Küste Richtung El Jebha. Der Straßenverlauf wurde aufgrund des Hafenneubaus stark verändert, dass mein Navi mehrfach meckerte und neu berechnen musste. Die Beschilderung war aber eindeutig und wir folgten auch gerne den Schildern während das Navi den Weg wieder neurechnete. Bis Ceuta ist alles irgend wie industriell geprägt und viele Zäune waren aufgestellt.

Bald waren wir an der schönen Küste auf der N16 angekommen, der Geruch von Macchia lag in der Luft und wir sehen viele Badestrände, in jedem Ort wurden die Rasen gemäht, die Wege gefegt, die roten Fahnen mit Staatswappen hingen oft an den Masten. An einem offensichtlichen militärischen Gebäude, was dick abgesperrt war und mit Polizei, Militär und Männern in bunten Uniformen bewacht wird, standen ganz viele Polizeimotorräder. Wir vermuten, der König ist vor Ort oder wird bald auftauchen.

Die Straße bietet sehr oft einen super Ausblick über die Küste und wir halten ab und zu und schießen Fotos. Immer wieder begegnen uns Militärkolonnen und Polizei, sogar eine Reihe Goldwings als Polizeimotorräder sind dabei.

Wir kommen schließlich in El Jebha an, mogeln uns durch enge Gassen, wo anscheinend Markt war. Autos versperren die Straße, als wir den Wegpunkt erreichen. Dort wo das Hotel zu finden sein sollte finden wir nur Menschengewusel – kein Hotel.

Wir fahren zurück zum Hafen und sehen dann auch das Hotel direkt am Hafen.. Ich gehe in das Restaurant und frage nach dem Zimmer. Der Portier oder auch Kellner zeigt mir ein wunderschönes Zimmer, mit Blick auf den Hafen von der Terrasse aus. Leider gibt es keinen abgeschlossenen Hof, lediglich der Parkstreifen vor dem Hotel sei vorhanden. „Safe“, sagte der Hotelier. Das Zimmer wäre schön, das Restaurant ist völlig überfüllt, laut und überhitzt aber witzig. Wir trauen uns aber nicht die Motorräder am Straßenrand stehen zu lassen und wir fahren weiter nach Al Hocheima.

Die N16 bleibt weiter eine wunderschöne Strecke, mit Blick auf einer wunderschönen Küstenlandschaft. In Al Hoceima angekommen suchen wir das Hotel Florido, direkt im Zentrum der Stadt, am Plaza del Rif.

Als ich frage ob er eine Garage hat, schickt er gleich seinen Kollegen los um die Tür zum Nebenraum zu öffnen. In dem Raum stehen viele Stühle und frisch lackierte Möbel, diverse Kartons und Holzkisten. Wir schieben die Motorräder über die beiden Stufen in den Raum und stellen sie vor den lackierten Möbeln und verziehen uns auf das Zimmer.

Ein Bummel durch die Stadt muss sein, wir gehen durch den Markt – Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch wird neben Klamotten, Schuhen und Töpfen angeboten – am Ende wird der Markt zum Flohmarkt, wo wir einer Gruppe von Männern belauschen, die laut an der Tür eine Polos diskutieren. Der Polofahrer hatte wohl beim Befahren der engen Gasse einen Zweiplattenherd überfahren und solle diesen wohl nun bezahlen, was er nicht einsieht – der Zweiplattenherd stünde viel zu nah auf der Straße usw. usw. als wir nach Besichtigung des Aussichtspunkts an der Moschee, der einen herrlichen Ausblick auf den Strand zeigte, zurückkamen, waren die Jungs immer noch am Streiten. Der eine schob immer wieder den Zweiplattenherd mit dem Fuß an, um zu zeigen wie kaputt der nun ist. Ob sich der Fall gelöst hat? Wir haben das nicht weiterverfolgt.

Auf dem Plaza del Rif angekommen setzen wir uns an einem Restaurant National und essen eine einfach Fleischspeise mit Frites. Nicht besonders aber gut und interessant. Zumal wir dem Gewusel auf dem Platz beobachten dürfen – kleine Peugeot 205  als Taxi in Blau Gelb lackiert befahren immer wieder den Platz, alte Männer steigen aus, Frauen steigen ein – die Taxen nennen sich Petit Taxi und sind recht zahlreich vertreten.

In einem Geschäft ohne Reklame können wir noch vier Bier Special erstehen. Wir setzen uns noch auf unseren Balkon und genießen die bunte Stimmung auf dem Platz und trinken unser Bier, genießen die laue Abendluft.