21.9 ab in die Berge

Wieder werden wir von Muezzin geweckt, nacheinander stimmen bis zu fünf Muezzins den Morgenruf an, das hört sich grauselig an, wir schlafen aber wieder ein und stehen erst gegen sieben Uhr auf. Wir packen alles und ziehen schon die Motorradklamotten an, denn es gibt im Haus kein Frühstück. Wir können die Motorräder raus schieben, nach dem der Hotelier den Autofahrer findet, der uns den Weg nach draußen versperrte. In der Zwischenzeit sehen wir, dass direkt neben an, quasi um die Ecke hat das gleiche Haus ein Café wo gefrühstückt wird.

Als das Auto weg ist können wir die BMWs raus holen. Auch hier wieder richtige Gastfreundschaftlichkeit,  kein Meckern oder Knurren – sie helfen einfach. Wir rollen die Motorräder vor das Café und stellen uns direkt vor die Tür ab und fragen nach einem „petit de jeuner“.

Als wir am Tisch Platz nehmen, fragt der Kellner ob es Banane oder Apfel sein soll, mit Fragezeichen in den Augen sagen wir einstimmig Banane.

Ein paar Minuten später bringt der Kellner zwei große Tabletts mit einem Rührei, eine Karaffe Bananenmilchshake, 3 verschiedene Brotsorten mit Butter und Marmelade und einen Milchkaffee. Ein Tablett davon hätte uns gereicht, nun ja dann gibt’s halt mittags nichts, einigten wir uns schnell und aßen fast alles auf. Und das Ganze für 80DH.

An der ersten Tankstelle war gerade kein Platz frei, an der zweiten gab es keinen Sprit, die Dritte hatte ich verpasst, also mussten wir wieder zurück. Der junge Tankwart fragte uns im perfektem Englisch wohin es gehen soll und wie wir den Ort finden. Der Ort ist klasse und wir wollen heute nach Taza. Er erklärt, dass Al Hoceime sehr sich sicher sei aber Taza ist gefährlich – dort gäbe es Verbrecher und Korrupte. Wir sollen vorsichtig sein.

Wir fahren zunächst die N16 zurück und biegen auf die N2 Richtung Taza. Eine wunderbare Straße, schöne Kurven und guter Asphalt. Doch wohl nicht gut genug, denn die Straße wir zur vierspurigen Nationalstraße ausgebaut. Ohne große Hinweise fängt die Baustelle an, teilweise Schotter, teilweise alter Asphalt, oft unangenehm zu fahren und es staubt auch heftig.

In Kassita folgen wir der R506, die ebenfalls ausgebaut wird, über die Hälfte der Strecke ist im Bau, es gib ein paar fertige Stücke, die Brücken sind oftmals noch nicht fertig – macht aber nichts, dann umfährt man diese eben auf grobem Schotter.

Nach der Hälfte der Strecke ist der Großteil der Straße fertig, lang gezogenen Kurven haben die eigentlich schöne Strecke zerstört, die Reste kann man noch erahnen. Dennoch, die Landschaft ist wunderschön. Als wir wieder einmal die Brücke umfahren müssen halten wir an einem Café – Restaurant und trinken unseren ersten Minze Tee – der völlig übersüßte Pfefferminztee schlägt mir auf den Magen – nie wieder sage ich zu Barbara, der war sogar mir zu süß.

Am Rand der Straßen sind immer wieder Stände aufgebaut, an denen verschiedene Sorten Nüsse und Mandeln verkauft werden. Ich halte mal an und gehe zum Stand. Der Junge grinst mich mit seinen kaputten Zähnen an und ich darf einige Nüsse und Mandeln probieren. Für ein paar Dirham erhalte ich einen dicken Beutel mit Mandeln, leicht geröstet aber ohne Salz – pure Natur.

Die Straße wir immer breiter, die Landschaft bleibt hügelig. Kurz vor der Autobahn halten wir um über den Weg zu diskutieren, schnell einigten wir uns die neue Autobahn zu nehmen um die Stadt Taza zu meiden. Wir fahren gut 25 km auf der neuen 4-spurigen Bahn und fahren in Oud Amlil ab und suchen unser heutiges Quartier, die Auberge Ain Sahla.

Der angegebene Wegpunkt aus dem Reiseführer ist wieder falsch und so verlassen wir uns auf das Schild an der Straße. Die kleine Straße führt uns durch ein wunderschönes Tal in den Nationalpark Tazzekka. An einem Abzweig fragen wir nach dem Weg, drei junge Männer zeigen in die gleiche Richtung, auf einen Weg, der immer kleiner und enger wird, wir glauben kaum an die Richtigkeit aber schließlich finden wir wieder ein Schild in dem die Richtung auf einen Schotterweg zeigt. Am Ende finden wir die herrliche Auberge mit super Pool und total schönen Zimmern zum Garten.

Wir schwimmen ein zwei Runden im Pool und planen die weitere Route für den nächsten Tag und lassen den Tag Revue passieren.

Später erscheint noch ein Paar, bepackt mit Rucksäcken – eher ein ungleiches Paar, er dürr, sie etwas pummelig. Auch sie gehen  in den Pool und erholen sich. Später sehen wir uns beim Abendessen wieder.

D

as Abendessen ist echt lecker, als erste Vorspeise gibt es eine Suppe mit Petersilie – wir rätseln was es sein kann, auch das Paar am Nebentisch weiß es auch nicht. Die zweite Vorspeise mit geraspelten Karotten,  mit Käse o.ä. in längs geschnittene Gurkenscheiben gewickelt, dazu Zucchini ebenfalls lang dünn geschnitten – mit witzigen Kräutern.

Dann brachte die Frau die Hauptspeise – Tagine mit Lamm-oder Rindfleisch und gekochtem Apfel- oder Birne. Auch hier rätseln wir wieder – aber schmecken tut es sehr gut und das ist das Wichtigste. Wir tauschen uns noch mit den beiden Wanderern über das Land aus und gehen gegen 22:00 zu Bett.