22.9. kleine Wege durch den Nationalpark

Die Mücken plagen uns, Barbara stellt den Ventilator an, das vertreibt die Mücken aber der ist tierisch laut und sie stellt ihn bald wieder ab – die Mücken kommen zurück und stechen mehrfach zu. Gegen 5:00 Uhr fängt es an zu regnen und wir werden wieder wach, diesmal vom Regen und von den Mücken. Gegen 7:00 Uhr stehen wir auf und nehmen anschließend das Frühstück ein – diesmal ist es ein reelles „Petit de jeuner“ – wie am Vorabend war auch das Frühstück lecker.

Es ist frisch, der Regen hat aufgehört aber es ist extrem diesig.

Als wir losfahren fängt es an zu fiesseln, wir lassen uns aber nicht von der Durchfahrt durch den Tazzeka National Park abbringen. Der Chef des Hauses warnt uns vor den nassen Straßenbelägen, der sei im nassen Zustand extrem glatt. Die Straße ist aber noch gut befahrbar, obwohl der Belag ständig wechselt – mal ist der Asphalt gut, dann gibt’s tiefe Löcher und dann ist der halbe Belag weg und dann fehlt er auch mal ganz.

Es wird nebeliger, doch die Korkeichen erkennen wir noch im Nebel, während wir die Straße langsam hochfahren – bis auf 1000m ist es noch einigermaßen schön, doch dann fängt der Nieselregen an. Die Temperaturen steigen von 13,5 bis 16 Grad  etwas an, ich mach mir schon mal die Griffheizung an – mein linker Handschuh ist schon vom Scheibenwischen ganz nass und es wird kühl.

Wir fahren entlang des Flusses Zloul und genießen das schöne Panorama, der Regen hat aufgehört aber es bleibt kalt. Wir kommen an einem großen Stausee vorbei, an der Staumauer wird noch gearbeitet. Der Fluss führt nun einwenig Wasser, dafür sind aber die Gesteinsformationen umso beeindruckender.

In Skoura biegen wir nach links Richtung Boulemane ab – immer noch am Fluss, der irgendwann eine große Schleife macht. Mitten auf der Anhöhe ist eine verlassenes Dorf zu sehen – teils verlassen, doch am Ende der Häuserwände weht vor dem Lehmhaus Wäsche an der Leine, es wohnen doch Menschen dort. Das ganze Bauwerk ist beeindruckend, de Bauweise, die Größe der Anlage und die Lage sowieso.

In Boulemane treffen wir auf die R503 – ein endlos langes Straßenband zieht sich hoch zum Horizont – immer gerade aus. Die Landschaft ist sagenhaft, Weite, Weite, Weite. Die Straße ist nicht sonderlich breit, kommt ein Auto oder Kleinbus entgegen, müssen wir schon ziemlich am Rand des Asphalts oder gar auf den Schotterstreifen ausweichen. Mit 80-85km/h fahren wird zum Horizont, wo wir kurz vorher auf die N13  abbiegen, die wiederum besser und breiter ausgebaut ist. Auch der Verkehr Richtung Midelt wird stärker.

Die Stadt ist für die Steinsammler von hoher Bedeutung, jeder Marokkaner in der Stadt hat Mineralien und Fossilien zu Hand, die er Touristen anbietet. Überall gibt es Läden und Hinweise zu den besten Steinen. Wir tanken und nehmen uns am Ortsausgang ein Zimmer in der Kasbah Asmaa. Der Laden ist etwas herunter gekommen, das Bett scheint aber ok. Wir sitzen noch im Hof, trinken Kaffee während ein Bus mit unseren Freunden aus China ankommt. Wie im Film wird die Kasbah von allen beim Eintreffen fotografiert. In einer Hand die Kamera, die andere wird zum Schieben der Koffer genutzt. IPads werden in die Luft gehalten, Fotos von den Räumlichkeiten geschossen.

Es wird kühl und wir gehen um 19:00 Uhr essen.

Das Essen ist gut, die Chinesen essen in einem abgetrennten Raum, deshalb müssen wir uns das zumindest nicht angucken – auf dem Hof stehen einige Offroader und Kleinbusse. Wir gehen noch ein wenig vor die Tür und gehen ein paar Schritte, schießen ein paar Fotos von dem schönen Gebäude. Vor der Kasbah spricht uns ein Berber in gutem Deutsch an, Er informiert über die Steine, die es in der Gegend zu finden gibt. Schließlich fragt er uns ob wir sein Eurostück, das er von einem Touristen bekommen hat gegen Dirham tauschen können. Das machen wir natürlich und erwarten nun das Theater mit dem Mineralienverkauf … doch nichts passiert, er bedankt sich und geht wieder in die Kasbah. Es wird kühl und wir gehen auch bald ins Bett.