24.9. von der Wüste zum Atlas


Es gibt wieder das typische marokkanische Frühstück, Brot, Olivenöl, Honig und Marmelade und ein Omelette. Dazu Kaffee, sicher könnte man auch Tee bekommen aber den wollen wir uns nicht schon am Morgen antun.
Wir fahren nun zurück nach Rissani und tanken kurz hinter dem Stadttor. Plötzlich muss Barbara auf die Toilette, in einem Shop erhält sie die Möglichkeit sich zu erleichtern. Nach einer viertel Stunde kommt sie wieder und ist kreidebleich, „ich habe heftigen Durchfall“ soll der Blick heißen. Nach einer Cola fahren wir weiter und biegen Richtung Anjl ab.
In Anjil angekommen halten wir am ersten Café und machen bei 35° Pause. Vom schattigen Platz können wir das Treiben an der Tankstelle beobachten und nun benutzen wir beide gelegentlich die Toilette des Cafés.
Die eigentliche Strecke nach Zagora wäre noch 220km, nach Tinghir sind noch nicht mal die Hälfte. Aufgrund unseres Zustands haben wir heute keine Lust mehr so weit zu fahren, außerdem können wir ein paar Tage Ruhe gebrauchen – die 35°C gehen doch ganz schön auf die Kondition. Also biegen wir an der nächsten Kreuzung nach Tinghir ab.
Die Landschaft ist wieder weit und großartig und wir spulen die restlichen 75 km schnell ab. In Tinghir finden wir auch schnell die Kasbah Tombocto.

Ein Schock überfällt uns, als wir erfahren, dass heute eine Gruppe Motorradfahrer – eine geführte Tour von Nick Sanders- heute hier eingebucht ist und kein Zimmer frei ist. Wir fragen nach Alternativen und sind schon halb im Ausgang, da fällt dem einen ein, im Tower sei noch ein kleines Zimmer, das man keinem anbieten kann – wir gucken uns das an und sind zu frieden.
Wir beziehen das kleine Zimmer und gehen zur Erfrischung in den Pool.

Nach und nach treffen die Teilnehmer der Gruppe ein, holen sich wie selbstverständlich ein Bier, grüßen freundlich in teilweise unverständlichem Englisch. Es sind überwiegend Schotten, die meisten springen ins Wasser, ein tätowierter Engländer entschuldigt sich sofort für das Benehmen seiner Kollegen. Uns macht das Spritzen wenig aus, es ist warm und endlich ist Leben in der Bude.
Irgendwann kommt auch Nick an, ein kleiner Mann mit zerzausten Haaren, er grüßt freundlich „hi mate“ und geht mit seiner Freundin in´s Hotel. Ich sitze am Pool und schreibe den Bericht und es wird langsam voll, alle habe nun mindestens ein Bier in der Hand.
Das Bier ist das „Casablanca“ aus der einzigen Brauerei Marokkos. Obwohl wir kaum in den Hotels Alkohol bekommen haben, ist es hier wohl überhaupt kein Problem an die Hopfenbrause zu kommen.
Am Abend sitzen wir im Restaurant, das einem Berberzelt ähnelt, die Gruppe findet an einem langen Tisch Platz, mittendrin Nick Sanders mit seiner Freundin. Das Menü ist übersichtlich, weil es mir ganz gut geht nehme ich mal das teuerste, Lammkeule mit Rosinen und Mandel. Ich dachte mehr an einer Fleischkeule, mit ein wenig Deko aus Rosinen und Mandel aber es kam anders – unter dem Haufen von Rosinen und Mandel in süßem schwarzem Sirup fand ich ein Stück Fleisch – das wiederum schmeckte richtig lecker. Die schwarze Pampe konnte ich vor lauter Zucker kaum essen und habe den halben Topfinhalt stehen lassen.
Als wir beide fertig waren, rumorte auch wieder der Magen – das Essen war wohl zu viel.