3.10. auf dem Weg nach Chefchaouen

Das Abendessen ist mir überhaupt nicht gut bekommen und das Frühstück fällt für mich eher spärlich aus. Am Nachbartisch sitzen vier Letten, die beim Kellner nach einer Führung durch die Medina für nur eine Stunde nachfragen. Erstaunt antwortet er, das sich das nicht lohne, die Medina sei zu groß aber sie lassen sich nicht beirren, sie haben nur wenig Zeit, sie wollen am Tag noch bis Erfoud. Auch von uns lassen Sie sich nichts erzählen, wir grinsen und wünschen den Jungs viel Glück als wir gehen, schließlich haben sie noch eine stolze Strecke vor sich.

Wir finden gut aus der Stadt raus und fahren über die 501 in die Berge. Mit flauem Magen fällt mir die Fahrt etwas schwer. Wir halten öfter mal an und pausieren an der Strecke. Von der 501 biegen wir auf die 408 entlang des Stausees Oued Ouergha bis nach Ouezzane. In der quirligen Stadt tanken wir und trinken eine Cola und fahren auf der R13 weiter nach Chefchaouen. Von der Straße aus sehen wir die blaue Stadt im Tal liegen. Chefchaouen galt über Jahrhunderte als heilige Stadt, die Ausländern unter Androhung der Todesstrafe versperrt war; dies hat dazu beigetragen, dass in ihr mittelalterliche Architektur erhalten blieb.
Wir fahren zu unserem ausgewählten Hotel Dar Echchaouen. Weil wir hier mindesten zwei Nächte verbringen wollen, haben wir uns ein Hotel mit Pool ausgesucht und wir freuen uns schon auf ein paar Tage Ruhe. Vor dem Haus erwartet uns ein Parkwächter und zeigt den Weg zum Hotel. Die Motorräder können wir gerne stehen lassen, er passe schon auf. Ich bleibe dennoch am Motorrad, weil es mir nicht besonders geht und Barbara geht zur Rezeption. Leider schüttelt sie den Kopf, die haben nur ein Zimmer für eine Nacht, schade. Der Parkwächter zeigt auf das Hotel Alkhalifa direkt an der Straße und meint es wäre „good“ Hotel. Barbara macht sich auf den Weg und kommt lächelnd wieder. Die Motorräder stellen wir auf dem Hof ab und wir bekommen ein super Zimmer mit Terrasse und wunder schönem Blick auf die Stadt.
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben gehen wir in City. Die gesamte Altstadt mit ihren engen Gassen, kleinen Plätzen, blau- und weißgetünchten Häusern lädt zum Spazieren ein. Die blaue Farbe soll angeblich vor dem Bösen Blick schützen. Uns erscheint es fast kitschig, überall weiß blaue Farben, Blumentöpfe hängen an den Wänden, hier und da kleine Lädchen.

Wir gehen runter bis zum Marktplatz und suchen ein Restaurant um eine Kleinigkeit zu essen und finden eine Art Imbissbude, wo wir uns Fleischspieß mit Reis bestellen. Das Fleisch wird auf einem Salatblatt mit Reis und ausreichend Brot serviert, dazu trinken wir wie sooft Wasser. Nachdem ich das Essen halb gegessen habe, merke ich schon, dass mein Magen rebelliert und wir gehen bergauf zum Hotel. Wir sitzen noch auf der Terrasse und bewundern die Aussicht auf die blaue Stadt.