5.10 entlang der Küste nach Tanger

Das Frühstück ist angerichtet, ich reduziere meins auf Tee mit trockenem Brot, obwohl das Frühstück sehr gut aussieht und recht ordentlich ausfällt.

Etwas schlapp, schleppe ich die Klamotten zum Motorrad zum Hotel auf der anderen Straßenseiteund wir packen unsere Sachen zusammen. Auch die jungen Portiere sind draußen, packen noch mit an. Wir verabschieden uns von den beiden und fahren durch die Stadt auf der N2 Richtung Tetouan.

Nachdem wir die Stadt verlassen haben geht es mir schon etwas besser, der frische Wind sorgt für Entspannung und die Landschaft ist Abwechslung.

Die N2 schlängelt sich am Rifgebirge entlang, eine wunderschöne Landschaft. Die Wolken schieben sich über die Berge wie ein Schleier, ähnlich dem Phänomen am Tafelberg in Kapstadt.
Als wir in Tetouan ankommen, merke ich meinen Magen, nun verlangt er aber nach Essbarem und wir halten an einem großen Einkaufzentrum an, wo es auch eine Pizzeria gibt. Der Wind ist frisch aber wir ziehen es vor draußen zu sitzen, die Frau am Tresen kann das gar nicht verstehen, es ist kalt und windig. Aber mit den Motorradklamotten ist es warm und ich kann die frische Luft gut gebrauchen. Die Pizza schmeckt richtig lecker und ich kann endlich wieder aufatmen, kein Druck, kein schlechtes Magengefühl.

Während wir die Pizza genießen, kreisen hunderte Störche am Himmel. Sie nutzen den Aufwind um sich in die Höhe zu schrauben und scheinen sich hier zu sammeln, um weiter Richtung Süden zu fliegen. So viele Großvögel habe ich noch nie gesehen.
Auf dem Weg entlang der Küste halten wir kaum an und erreichen auch bald den Hafen von Tanger med. Die Schalter sind noch geschlossen, erst ab 16:00 Uhr geht´s los. Barbara kümmert sich, während ich im Schatten warte und die Münchner mit dem Defender in Zebra-Look begrüße. Schließlich muss nur noch das Geld getauscht werden und wir können zur Polizeistation vorfahren. Auch den Stempel haben wir schnell in der Tasche. Nach zwei Kilometern kommen wir wieder an einer Schlange an, stellen uns auch an und warten wie selbstverständlich. Doch dann kommt ein Beamter vorbei und sagt uns wir möchten doch bitte vorbeifahren. Alle Pkw und Lkw werden gescannt und nach Flüchtlingen durchsucht. Wir haben mal wieder Polposition und können uns das Treiben am Fährenheck von Nahem ansehen. Wir essen unsere Vorräte – Tomate und Brot und warten auf die Verladung.
Als es schon dunkel wird kommen ca. zehn Motorräder nach vorne geprescht, eine Frau springt vom Motorrad und rennt zu einem Uniformierten, der sie aber kopfschüttelnd zurückweist. Es folge weitere Gruppen, immer so um die 10 Motorräder, sie schieben sich teilweise vor uns zwischen uns du grüßen, wenn überhaupt nur knapp. Ein Typ kommt zu uns und erklärt, dass die Gruppe von Reisen & Erleben sind und von der Marokkotour auf dem Weg nach Hause sind. Sie fahren bis Barcelona mit. Das Ganze ist uns nicht wirklich sympathisch.
Bald dürfen wir an Bord fahren, mit uns kommen auch die Tschechen an Bord. Wir beziehen unsere Kabine und gehen an Deck und beobachten die Verladung von oben, mit einer Flasche Bier in der Hand. Die Gruppe der Reisen & Erleben stehen noch da und warten laut.
Irgendwann wird es leer am Heck und die Klappen werden geschlossen, wir gehen auch bald schlafen.