4. Tag: Rundfahrt über die Farm

Wir müssen wieder auf Justus warten der uns zum Frühstück abholt, seine Art der Entschuldigung ist schon etwas witzig und wir können ihm nicht böse sein. Das Frühstück ist super und wir erhalten ein super Angebot von Oliver. Er möchte uns seine Farm mit seiner Helga zeigen. Helga ist seine 185er Honda, Baujahr geschätzt 75. Oli fährt mit seiner alten Dame, mit Hut und Sonnenbrille vor und wir in voller Enduro Schutzbekleidung hinterher. Ein paar Sandwege führen uns zu einem Hügel aus Granit. Oli fährt eine Spur direkt auf den Hügel. So rund wie der Berg von Weitem aussieht ist er nicht, zig Löcher mit Durchmesser bis zu einem Meter und bis zu einem halben Meter Tiefe machen das Befahren zum Abenteuer. Hinzu kommt, dass einige Steinplatten lose obenauf liegen und beim Gas geben bergauf rutscht das Mopped schon mal weg . Wir kommen alle oben an und haben eine super Aussicht über die Fläche, die einer Mondlandschaft ähnelt. Wir fahren wieder runter und kommen an bizarren Felsformationen vorbei, steinige und sandige Wege wechseln sich ab. Wieder geht es einen Berg hinauf. Diesmal in einem weiten Bogen. Die Fläche ist genauso wie der erste Berg, nur sind die Löcher tiefer und wir dürfen nicht zu nah an die Kante – da geht´s 50m steil runter.

Wieder genießen wir die fantastischen Ausblicke, Oli erzählt von der Farm, von der Nähe zum Naukluft Park. Er hätte auf der Farm keine Zäune, die Tiere können frei herum laufen und können auch raus in den National Park.

Wir fahren den Hügel wieder runter und durchfahren ein Rivier, Tiefsand vom Feinsten. Im ersten Gang buddelt sich das Hinterrad sofort fest, also gleich hoch in den zweiten Gang und weiter.

An einigen Stellen hält Oli an und erklärt uns die äußerst seltenen Lithopsen, die sogenannten „lebende Steine“, die zu den Sukkulente gehört und auf den Steinen wachsen. Von Weitem sieht man nur Steine. Auch die Felsformationen sind ein Augenschmaus.
Wir sehen hier bizarre Gesteinsformationen der Tafoni-Verwitterung. Es bilden sich durch Hohlräume mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis zu einem halben Meter und mehr, die sich mit der Errosion freilegen. Dadurch entstehen diese Lunken und kugelförmige Auswaschungen.

Nach der Tour machen wir uns einen entspannten Nachmittag am Pool, die Gruppe ist echt gut und wir haben viel Spaß im und am Rand des Pools.
Zum Sundowner und zum späteren Abendesen fahren wir mit den Jeeps dann noch mal über die Farm. Der Adlerberg ist unser Zwischenziel. Der vom Nebel, Sonne und Wind geformte Stein sieht in einem bestimmmten Blickwinkel aus wie ein Adler, der gerade starten möchte. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum alten Campground, wo Justus schon das Lagerfeuer angemacht hat und das Abendessen vorbereitet. Es gibt Chili con Carne Reis und Nudeln, selbstverständlich auch Salate – dazu lecker Windhoek Lager oder auch Draft.
Wir sitzen lange zusammen am Lagerfeuer unter dem wunderschönen Sternenhimmel und der Mond glänzt auch schon in Sichelform.