Windhoek und der Abschied

Nach dem Frühstück werden wir nach Windhoek gefahren, der individuelle Stadtbummel führt uns zu einigen Sehenswürdigkeiten.

Das viel diskutierte Reiterdenkmal, das an den Kolonialkrieg des Deutschen
Kaiserreichs gegen die Herero und Nama erinnert, ist zur Zeit abgebaut.
Auf seinem ursprünglichen Standort wird momentan ein  Unabhängigkeitsmuseum gebaut, das Denkmal wird trotz massiver Proteste etwa 100 Meter weiter südlich neben der „Alten Feste“ wieder aufgebaut.

Wir wandeln durch die Innenstadt mit den zahlreichen Einkauf-Malls und Souvenierstände kehren in eins der zahlreichen Straßencafés ein.







Am frühen Abend findet der Transfer zum Hosea Kutako Airport statt, wir verabschieden uns von dem Großteil der Gruppe und winken kräftig,
schade die schöne Tour ist vorbei und die wirklich nette Gruppe ist nun wirklich aufgelöst.Wir bleiben noch ein paar Tage auf der Lodge und fahren dann für eine Woche in die Namib und in die Kalahari.

vom Mount Etjo zur Windhoek Mountain Lodge

Wir fahren die ausgewaschene D2483 zurück zur D2414 und fahren
auf gerader, ebenen Schotterpiste durch weites, grünes Farmland am
Mount Etjo vorbei. Wir überqueren den Omaruru River, der aber schon
trocken ist. 

Schließlich biegen wir auf die D2121, Wolfram öffnet das
Gatter und lässt und mit einem freundlichem Gruß durchfahren.
Die Piste wird schmaler und sandiger, die grünen hochgeschossenen
Büsche und Bäume reichen bis an die Straße heran. Wir wechseln
auf die D2110, der Sand wird an einigen Stellen tiefer und die Büsche
durchweg geschlossene, alles ist grün.

Kurz vor Okahandja treffen wir neben der Bahnlinie auf richtigen Tiefsand
mit massiven Spurrillen. Hier muss es richtig heftig geregnet haben und
die Asphaltstraße ist erstmalig unsere Rettung. 
Wir fahren durch Ort Okahandja, der bis heute das wichtigste traditionelle
Zentrum der Herero ist und stoppen beim Holzschnitzermarkt am Ortsausgang.
Gegenüber ist eine Tankstelle und ein Bistro. Wir gehen nach dem Tanken
auf den Markt und werden natürlich gleich von einigen Jungs angesprochen
in ihren Shop zu kommen. Es ist schon ein wenig nervig aber auch interessant.
Ich frage den einen Herero ob er Anton heiße, selbstverständlich
bejahte er das weil er mit seinem Namen äußerst flexibel ist.
Prompt erinnert er mich an mein Versprechen beim letzten Besuch, in seinen
Shop zu kommen. Wir schlendern durch die Shop und kaufen nach zähem
Verhandeln eine Giraffe und Schmuck. Später stellen wir fest, dass
die Preise schon in Ordnung sind. 
Nach einem leckeren Sandwich und Kaffee im Bistro geht es kurz über
die B1 auf die D2102, die parallel zum Swakop läuft und den trockenen
Fluss auch quert. Die Piste wird immer schlechter aber auch hügeliger
und kurviger, damit auch interessanter. Einige Tiefsandpassagen sind zu
durchfahren, die Straße ist richtig ausgewaschen. Schließlich
treffen wir wieder auf den Swakop und die Durchfahrten werden immer tiefer,
die Absätze am Flussbett immer höher. Nach dem wir den felsigen
Pass erreicht haben entspannt sich die Straße und wird wieder gut
befahrbar. 
Wir erreichen dann auch die asphaltierte M53 und fahren recht zügig
nach Windhoek, um zu tanken und dann zur Windhoek-Mountain-Lodge zurück.
Die Wolken werden immer massiver und dunkler. Kurz nach unserer Ankunft
und dem ersten Windhoek Lager in der Hand , fängt es an zu regnen.
Es gießt in Strömen, im Haus gibt es ein paar Stellen im Dach
die den Regen durchlassen, aber das scheint hier nicht ganz so schlimm
zu sein…

Der Regen hörte irgendwann auf und wir sammeln uns an der Bar,
Richie zeigt einpaar Videos und schließlich wird das leckere Buschmann
Fondue angerichtet. 

Der Abend wir wieder lang und wir freuen uns alles gut überstanden
zu haben.

Ethosha und dann zur Mount Etjo

 

Wieder ganz früh aufstehen, das Frühstücksbüffet stand bereits vollständig bereit. Es geht gleich zum geführten Ausflug in das berühmte Naturschutzgebiet, das mehr als 20.000 Quadratkilometer groß ist  und eine große Vielzahl an Landschaften und Lebensräumen umfasst. Wir fahren bei recht kühlen Temperaturen mit flauschigen Decken verhüllt in den Park.
An den Wasserstellen sind Giraffen, Impalas, Gnus und Zebras zu sehen. Am Olifantsbad, wo eigentlich Elefanten sich den Rüssel geben, waren leider nur Springböcke zu sehen. Aloys, unser Tourguide erzählt uns einiges über die Tiere, die wir trotz dichtem grünen Gestrüpp entdecken.

Während der Regenzeit haben die Tiere es nicht nötig, die Wege zu den Wasserstellen zu gehen, sie finden überall zu fressen und haben auch überall genügend Wasser. So bleibt es bei kleinen Gruppen von Steppentieren, die wir vor die Objektive bekommen.

Gegen 11:00 Uhr sind wir zurück in der Lodge, Andy hatte zwischenzeitlich
alle Motorräder gewartet.

Um 11:30 Uhr sind alle wieder auf der C38, die uns über 90km langweiligen
Teer nach Outjo führt. Die Stadt mit knapp 5000 Einwohnern dient der
Versorgung der umliegenden Farmregionen. Die Stadt bietet mehrere Banken,
ein Hospital, gute Restaurants und Hotels, Supermärkte und einige
Tankstellen und eine deutsche Bäckerei und Konditorei, wo man frische
Brötchen, echte Käsesahnetorte und Schwarzwälder Kirschtorte
sowie kleine Gerichte bekommt.

Wir tanken und fahren auf landschaftlich interessanten Nebenstrecken
ins zentrale Farmgebiet der Nordregionen. In Kalkfeld biegen wir in die
D2414 und haben einige sandige Passagen und Wasserdurchfahrten zu meistern,
der Boden ist weich und wir erreichen die Zufahrt zur Wildreservat Mount
Etjo.

Nachdem die Zimmer bezogen sind gibt es leckeren Kaffee und Kuchen
direkt am Teich der Flamingos, die ohne Ende schnattern.

Gegen 16:00 Uhr fahren wir mit dem Spezial-Allrad-Fahrzeug der Lodge
zu einem Gamedrive. Auf der Farm sind viele Tiere angesiedelt worden, neben
verschiedenen Antilopenarten treffen wir auch auf Breitmaulnashörner.
Bergzebras, Giraffen, Streifengnus und natürlich Springböcke
bestimmen das Bild auf der Rundfahrt.

Nach dem Abendessen wird eine Löwenfütterung durchgeführt,
wir lassen uns den Vorgang später erklären. Die Löwen werden
in einem Gehege mit Giraffenschenkel gefüttert und die Zuschauer sitzen
hinter Mauerwerk und sehen durch die schmalen Sehschlitzen den Löwen
zu. Wir hatten schon davon gehört und hatten für uns beschlossen
nicht teilzunehmen.

 

Vom Grootberg zum Etosha

 

Langsam kommt die Sonne hoch und wir bestaunen einen wunderschönen Sonnenaufgang. Es ist noch kühl, doch das gibt sich nach dem Frühstück.

Wir fahren  frühzeitig mit dem Allradfahrzeug runter zu den Motorrädern und fahren nach dem Briefing über den Grootberg-Pass
auf der C40 hinunter zur Abbiegung auf die D2667.

Die Piste ist richtig staubig und hügelig
und wir passieren kleine Orte, die meist aus einem kleinem Shop und ein
paar Hütten oder auch nur aus einer Farm bestehen. Der Bewuchs ist
wieder dicht an den Sandweg heran gewachsen, wir fahren eigentlich viel zu schnell über die Piste.Unser Zwischenziel ist Kamanjab, eine Stadt mit Flughafen, Tankstelle
und kleinen Stores. Gegenüber der Tankstelle hat eine Werkstatt geöffnet,
laute Reggeamusik schallt aus den völlig überbeanspruchten Lautsprechern.
Im Store kaufen wir uns einen halben Liter Guavesaft, er sieht scheußliche
aus, wie uns alle bestätigen, er schmeckt aber absolut köstlich
und da er auch noch schön kalt ist das eine super Erfrischung.
Die gesamte Piste bleibt staubig und es geht
kaum ein Wind um die Staubwolken zu vertreiben. Wir durchfahren Farmroads
mit einigen Toren. An einem Tor stehen 2 Jungs, die uns freudestrahlend
das Tor öffnen und wieder schließen, super Service. Ich bedanke
mich dafür mit einem Foto von den Jungs am Motorrad. Auch sie freuen
sich darüber und verabschieden sich mit einem Händeklatsch „Give
me Five“
Schließlich erreichen wir die Taleni-Etosha-Lodge in der Nähe des Etosha Nationalparks. Leider klappt der Termin zum Gamedrive am Abend nicht und wir vertreiben uns die Zeit am Pool bis zum
Abendessen. Ein wenig Erholung kann auch nicht schaden und es hat richtig
Spass gemacht einfach nur so rumzuhängen.Das Büffet am Abend war genial, Zebra, Warzenschwein und Gnu wurden
frisch gegrillt. Mit Stolz haben die Köche das Fleisch serviert und
das mit Recht, es war wirklich super lecker.

 

Von Uis zum Grootberg Pass

 

Von Uis aus geht es weiter auf der C53 gen Norden.
Wir fahren ein paar Kilometer und sehen am Straßenrand kleine Verkaufstände
mit einer Himba- und mehreren Hererofrauen. Beim zweiten Verkaufsstand
halten wir an und betrachten die nett gemachten Ketten, Anhänger,
Ringe und Puppen. Die Himbas gehören eigentlich nicht in diese Region
des Damaralands, sie ziehen aber ebenso wie die Hereros in die Gegenden
wo Touristen ihre kleinen Kunstwerke kaufen. Auch stellen Sie sich für
ein Foto zurecht, um das Geschäft zu fördern. Wir kaufen den
Damen eine Kette ab und machen Fotos von den Menschen, besonderes die Kinder
freuen sich über die Bilder wenn diese ihnen direkt auf der Kamera
gezeigt werden.
Wir überqueren den Ugab-River, wo nur noch
einige Pfützen Wasser stehen und biegen auf die D2612. Die Gegend
scheint recht trocken zu sein, Berge aus zusammen geschobenen Felsbrocken
sehen witzig aus. Dazwischen viel Sand und trockenes Wüstengras. Auch
die am Straßenrand abgestellte Schrottautos geben ein witziges Bild
ab.

Wir erreichen gegen Mittag die Twyfelfontein Lodge, wo auch beeindruckende
Felsgravuren und Bushman-Malereien zu sehen sind. In der Umgebung von Twyfelfontein
wurden über 2500 Felsgravuren und einige Felsmalereien auf glatten
Felsplatten gefunden und sie wurden in 2007 zum Weltkulturerbe erklärt.

Auf der Lodge befinden sich die sogenannten „Little
Twyfelfontain Engravings“ Die Großen Gravuren, wo unter anderem die
„White Lady“ zu sehen ist besuchen wir nicht, weil das eine 2-stündige
Wanderung bedeutet. Auf der Lodge trinken wir etwas kaltes und fahren dann
weiter gen Norden. Die kegelförmigen Berge nehmen zu in der insgesamt
hügeligen Gegend und die Pisten werden reizvoller. Wir erreichen die
C39 und dann die C43, mit der wir das Gebiet der Torra Conservancy durchfahren.
Das Hegegebiet, dass zwischen den Flüssen Huab und Uniab liegt, und
im Westen an den Skelettküstenpark angrenzt.
Hier soll es Wüstenelefanten geben, leider
sind die Warnschilder das einzige, was wir von ihnen sehen. Dafür
ist das Gelände richtig schön hügelig. Wir machen einen
Abstecher nach Palmwag, wo wir hinter dem Veterinärzaun die Tankstelle
aufsuchen.

Nach einem Plausch mit einem Autofahrer fahren wir zum Tagesziel der
Grootberg Lodge.

Kurz vor dem Pass ist das Gate, wo wir die Motorräder
abstellen und per Allradfahrzeug die steile Zufahrt hinauf zur Lodge transportiert
werden. Der grandiose Ausblick über das Tal ist überwältigend.
Wir springen in den eiskalten Pool, der direkt am Hang gebaut wurde und
genießen ein Windhoek Lager.

Nach dem Abendessen bringen die Bediensteten Ursula ein Ständchen
zum Geburtstag, wir stoßen alle auf ihr Wohl an und hören bei
der weiteren Vorführung zu. Zum Programm gehört auch der Tierstimmenimitator,
mit viel Humor und Können macht der Damara-Mann einige Tiere der Region
nach. Auch einen pupsenden Esel.

 

Von Swakopmund über Cape Cross nach Uis

 

Nach dem Frühstück reisen wir entlang
der mit Salz beschichteten Küstenstraße weiter nach Norden.
Etwa 10 km in nördlicher Richtung von Swakopmund entfernt befindet
das größte Salzwerk des Landes. Das natürliche Vorkommen
ist bereits seit Mitte der 50er Jahre erschöpft und heute werden täglich
bis zu 18 Millionen Liter Meerwasser in künstlich angelegte flache
Becken zur Verdunstung gepumpt. Später werden am Straßenrand
hübsche Salzkristalle auf kleinen Kisten und Tischen zum Kauf angeboten.
Die Kristalle sehen aus wie Schmucksteine, schmecken aber original salzig.
An Wlotzkasbaken und Hentiesbaai vorbei geht
es zum Kreuzkap-Robbenreservat von Cape Cross. An der Naturreservat-Station
müssen wir auf Andy warten, weil wir nur mit einem Auto in das Reservat
fahren dürfen, alles Reden hilft nichts, die Motorräder müssen
draußen bleiben.
Hier in der größten Pelzrobben-Kolonie
leben bis zu 250.000 Tiere und entsprechend stinkt es auch. Es wimmelt
von schwarzen Robben an Land wie auch im Wasser, es quiekt und blökt
und dazu der Gestank. Im fischreichen Wasser des arktischen Benguela Stromes
finden die Robben ausreichend Nahrung.

Nachdem wir ausreichend Fotos gemacht haben fahren wir auf dem Landrover
zurück zum Eingang wo wir die Motorräder schon wieder auf uns
warten.

Nach 30km biegen wir auf die D2303 und es wird
schlagartig wärmer als wir die erste Kuppe überfahren. Es beginnt
eine schöne Fahrt durch das Damaraland zum fast 2.000 Meter hohen
Brandberg-Massiv. Die Schotterstraße ist eng bewachsen, die Dornenbüsche
sind bis 2 m hoch und reichen bis an die Fahrbahn heran.

Wir biegen auf die D2342 und der Brandberg ist immer in Sicht. Die
Farben der Hügel und Flächen sind fantastisch und die ersten
Welwitschias tauchen auf. Auf den ersten Blick scheint sie wie ein loser
Blätterhaufen im Sand zu liegen, tatsächlich sind es nur zwei
Blättern, die sich in Streifen teilen. Die Pflanzen, an der wir angehalten
haben muß  über 100 Jahre alt sein. Ab und zu sehen wir
auch blühende Welwitschia am Pistenrand.

Nach dem wir die C35 erreichen, fahren wir nach
Uis zum Tanken und weiter zum White Lady Guesthouse. Wir trinken einige
Windhoeklager um den Staub der Pisten wegzuspülen.Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt führt uns zum Restaurant,
wo wir abends auch noch eine Gesangseinlage der Bedienung geboten bekommen.

 

die Stadt und die Dünen von Swakopmund

 

Vormittags gehen wir noch mal in die Stadt um ein paar Souvenirs auf
dem Holzschnitzermarkt zu ergattern. Der Holzschnitzermarkt ist ganz witzig,
die Verkäufer recht freundlich und die Preise immer verhandelbar.
Auch die Makalani-Nuss wird versucht auf interessanter Art und Weise an
den Mann oder die Frau zu bringen. Wir klappern alle Highlights der Stadt
ab, unter anderem den Leuchtturm und natürlich die Jetty. Der über
300 Meter langer Landungssteg wurde von 1904 bis 1907 erbaut und sollte
zur Anlandung der Versorgungschiffe für Deutsch-Südwest dienen.
Aufgrund der ständigen Versandung der flachen Küste war dies
aber nur selten möglich. Die Brandung und Springflutenhaben haben
der Brücke schwer zugesetzt und sie wurde deshalb ab 2005 renoviert.
Auch heute ist die Instandsetzung noch nicht abgeschlossen und die Brücke
ist nur zur Hälfte begehbar.
Wir sind dann extra ins Café Anton gegangen,
um eine Schwarzwälder Kirschtorte zu essen. Die Torte wurde uns freundlich
serviert, doch leider ist die Schwarzwälderkirsch sauer und wir erhalten
nachdem wir meckerten einen neues frisches Stück Sahnecreme.

Beim Bummel kommen wir an einem Infokasten vorbei, der Swakopmunder
Männergesangverein sucht noch einen Chorleiter, ob wir uns da mal
vorstellen?

Am Nachmittag treffen wir uns zur Ausfahrt in
die Dünen mit Quad Bikes. Fast alle hatten sich am Auto versammelt
und wir fahren zur Desert Explorers Station. Nach Bezahlen der Tickets
und intensiver Einweisung fahren wir dem Guide hinterher. Die Fahrt war
anfangs etwas zögerlich, das Tempo und die Dünenhöhen nehmen
aber schnell zu und das Fahren macht richtig Spaß. Nach Etwas mehr
als 2 Stunden sind wir aus den Dünen zurück und gönnen uns
ein kühles Bier zur Erfrischung.
Abends treffen wir uns alle im „Swakopmund Brauhaus“
zum Abendessen. Ein ebenso deutsches Haus wie die Bevölkerung dieser
Stadt.

 

Zur Atlantikküste nach Swakopmund

 

Nach dem Frühstück fahren wir die 10km
Endurostrecke runter bis zur D1985 und dann auf der schnurgeraden Schotterpiste
C28 nach Swakopmund quer durch die Namib Wüste. Teilweise ist die
Piste geteert und die Fahrt ist eher nervig. Mit jedem Kilometer wird es
frischer, wir nähern uns der „kalten“ Atlantikküste. Wir müssen
tatsächlich das Innenfutter in die Jacke packen. 
Kurz vor Swakop bleibt meine XT stehen, seit
knapp 100km fahre ich schon auf Reserve und nur knapp 2km vor der nächsten
Tankstelle. Also ruhig bleiben und auf Andy warten. Mit einem Grinsen schenkt
er mir einen Liter ein und ich kann zur nächsten Tanke fahren, wo
die anderen schon auf mich warten. Der Spruch „na heute wohl nicht geschont“
als eine Anspielung auf zu „hohem“ Spritverbrauch blieb natürlich
nicht aus.
Das Stadtbild von Swakopmund ist durch zahlreiche
Kolonialbauten geprägt, das wichtigste ist wohl das „Woermann Haus“
aus dem Jahre 1905 mit seinem 25 Meter hohen Damara-Turm sowie das Hohenzollern
Haus, das Alte Amtsgericht, und das Prinzessin Rupprecht Heim.

Rund 30.000 Einwohner leben in der Stadt, wobei hier der Anteil deutschstämmiger
Bewohner sehr hoch scheint. Hier wird überall deutsch gesprochen.
In jedem Geschäft kann man die Verkäufer in Deutsch oder Englisch
ansprechen und sie antworten in Deutsch.

Die Stadt hat sich den Charakter eines typischen nordeuropäischen
Badeortes über mehr als 100 Jahre erhalten.

Die Sehenswürdigkeiten erkunden wir zu Fuß
den Strand und bummeln durch die Stadt, wo auch Kaffee und Kuchen nicht fehlen
darf.

Am Abend sitzen wir in „Kükis Pub“, eine gemütliche Kneipe
mit einer guten Speisekarte. Serviert werden vor allem Meeresfrüchte
der Region und die Portionen sind recht ordentlich.

Nach reichhaltigem Essen gehen wir durch die sandigen Straßen
zurück zum Hotel.

 

Vom Sossusvlei nach Kobo Kobo

 

Vor Sonnenaufgang fahren wir mit drei Autos der
Lodge zum Sesriem-Tor. Ab hier geht’s entlang desuralten Tsauchab-Flussbett
bis zu seinem Ende im berühmten Sossusvlei. Die 65km lange Strecke
ist eine gut Asphaltstrasse entlang der großen Dünen, unter
anderem auch an die 100m hohe Düne 45, die laut Andy „ausgetreten“
ist. Am Ende der Teerstrasse, geht es weitere 5km durch Tiefsand zum Sossusvlei.
Diese Lehmbodensenke ist von einigen der höchsten Sanddünen der
Erde umgeben und durch Versanden des Tsauchab entstanden. Der Fluss transportiert
das Wasser bei besonders starkem Regen hier in die Senke und es soll dabei
sogar ein See entstehen.
Ab jetzt geht es zu Fuss weiter. Klar erklimmen
wir die Düne und genießen einen super Ausblick über das
Sandmeer. Auch wenn der Sand nocht nicht von der Sonne aufgeheizt ist,
ist der Weg auf dem Dünenkamm recht mühselig. Dafür geht
es abwärts um so schneller. Komischerweise sind unweit der Rastfläche
auch Oryx Antilopen und Springböcke unterwegs und fressen von den
dürren Pflanzen.Die Fahrer der Autos haben bereits das Frühstück ausgepackt.
Jeder erhält eine  Frühstückbox und wir geniessen die
beeindruckende Landschaft und das Frühstück. Entlang der Dünen
im Schatten der teils verdorrten Bäume fahren wir zurück zur
Lodge.
Wieder auf die Moppeds geht es die gleiche Strecke
zurück bis Sesriem, diesmal zum tanken. Der Tsauchab der die C19 quert
hat nur noch wenig Wasser und die Durchfahrt macht jetzt keine Probleme.
Gut das wir morgens mit den Autos gefahren sind, denn morgens hätten
wir hier mit den Motorrädern  einige Probleme bekommen.Anscheinend ist der Regen nur bis zur Straße, der C27, gekommen.
Die Hänge der Naukluftberge sind deutlich grüner, während
die Namib in gelblich weißem Licht erscheint und richtig trocken
ist, wobei viele gelbe Büschel zu sehen sind.  Wir fahren von
Sesriem Richtung Solitär, eine kleine Siedlung mit der einzigen Tankstelle
weit und breit sowie einem Bäcker, wo wir wieder den berühmten
Apfelkuchen essen.
 Nach kurzer Pause und tanken fahren wir
weiter über die C14 zum Gaub-Pass, der eigentlich nur am Schild zu
erkennen ist. Wir überfahren wieder den südlichen Wendekreis,
Tropic of Capricorn.Der Kuiseb-Canyon stattdessen ist recht imposant. Der 560km lange Kuiseb
ist einer der stärksten Riviere in Namibia und entspringt im Khomashochland.
Er hat den Canyon in das Schiefer und Quarzit geschnitten und dabei eine
Landschaft geformt, die schroff ist und menschenfeindlich scheint, wie
man sie auf dem Mond vermuten würde.
Die D1998 führt uns wieder in den Namib-Naukluftpark
und wir erreichen die Einfahrt zur Kobo-Kobo Lodge, die über eine
10km lange Endurostrecke mit Fels und Tiefsand zu erreichen ist. Es ist
die eindrucksvollste Lodge auf der Tour, viele kleine Hütten aus Stein,
Außenduschen und Zelte.Zum Abendessen gibt’s feinstes Kudusteak vom Grill und einen leckeren
Rotwein. Der Abend wird noch lang…

Wir 3 Paare übernachten in drei Häusern die in marokkanischem
Stil gebaut sind, etwas unterhalb der eigentlichen Lodge. Wir haben den
Vorteil, dass wir auf dem Dach übernachten dürfen  – wir haben ein Millionen-Sterne-Hotel.

 

von Aus durch die Namib Naukluft

Eine lange Etappe führt uns durch eines
der abwechslungsreichsten Gebiete Namibias. Wir lassen die Neisip Fläche
rechts liegen und fahren die D707, die majestätischen Tiras Berge
von der Namib-Randstufe trennt. Das Farbenspiel auf den scheinbar unendlichen,
lebensfeindlichen Weiten und Bergzügen im Randgebiet der Namib lässt
uns ständig anhalten um das ganze Digital festzuhalten. Auch hier
laufen Strauße, Springböcke auf der anderen Seite der Zäune,
die den staubigen Weg begleiten.
In Beta wird noch mal getankt und wir fahren
die C27, eine der meist befahrenen Straßen in Namibia. Deswegen ist
sie wohl auch so durchfurcht und mit weichem Sand versehen. Die Staubwolken
sind riesig. Ab und zu haben wir auch Wellblech unter den Rädern aber
bei 90km/h geht es ganz gut.In Namibrand-Naturschutzreservat gibt es keine Zäune, die Tiere
stehen teilweise auf der Piste, laufen aber davon sobald wir uns nähern.
Am späten Nachmittag kommen wir in Desert
Homestead am Hang der Wüstenberge an. Die Hütten haben einen
schönen Ausblick in die Wüste. Die Sonne knallt am Pool und wir
suchen schnell den Schatten im Innern der Lodge.Noch während dem Abendessen färbt die untergehende Sonne
die umliegenden Berge und Landschaft. leider sehen wir wegen der leichten
Bewölkung keine Sterne, doch die Ruhe ist unvergleichbar.

Am nächsten Morgen nüssen wir früh hoch, deshalb ist
der Abend auch recht kurz.