Informationen

Allgemeines

Die Pyrenäen (auf Spanisch Pirineos, auf Französisch Pyrénées) sind eine rund 430 km lange Gebirgskette, als Grenze zwischen Spanien und Frankreich. Mitten in den Pyrenäen liegt auch der Zwergstaat Andorra. Die Anrainerstaaten sind sehr eng miteinander verbunden, was die Katalanen und die Basken mit ihren eigenen Sprachen deutlich zeigen.
Es gibt rund zweihundert Gipfel über 3000 m in den Pyrenäen, wobei der Pico de Aneto im Maladeta-Massiv mit 3404 m der höchste Berg ist.Es gibt einige Nationalparks, wo viele Tiere u.a. auch Adler und Geier zu sehen sind.
Aufgrund der extensiven Weidewirtschaft mit Schafen, Rindern und Ziegen  werden verschiedene köstliche Käsesorten hergestellt.

Campingplätze

Camping Au Coeur du Lac der Campingplatz liegt direkt am Lac dé Annecy in Sevrier
sehr schön gelegener Campingplatz am See
Camping
La Cite
Carcassonne
praktischer Campingplatz, Restauration und Bar ist teuer
15 Minuten von La Cite entfernt
Camp
Municipal Des Escoumes
in Vinca
stufenartig angelegter schöner Platz, unmittelbar am Ort.der bewachte
Badeplatz ist wunderbar
Camping Noguera-Pallaresa in Sort.
etwas schmuddelig aber sehr schön gelegen, direkt am Fluß
Camping Oto schön ruhiger Platz bei Oto, nächster größerer
Ort Broto
schöner Pool und sehr gutes Restaurant, es gibt alles zu kaufen,
Brot, Bier sehr preiswert
Camping Isabena sehr schöner Campingplatz, mit Infos für Motorradfahrer
Verleih von Enduros
Camping L’Espelt Camping L’Espelt, ca. 4,5 km von La Pobla de Lillet entfernt
kein schöner Platz, dafür aber teuer. Wir empfehlen ihn nicht.
Camping Les Criques de Porteils 20 Minuten vom Oert Colliure entfernt
praktischer Platz, die meisten Plätze sind sandig und haben keinen Schatten

 

Reiseführer und Karten

Pyrenäen
Handbuch für individuelles Entdecken
Michael Schuh
Südfrankreich

Ralf Nestmeyer

Pyrenäen 1 : 250 000
2-seitiges Kartenbild mit Höhenlinien
GPS-Koordinaten

 

Collioure

Wir genießen die letzten 3 Tage in Collioure und freuen uns auf das Baden im Meer an der Steilküste. Vom Campingplatz führen Treppen zum Wasser. Die Strände bestehen aus Kieselsteinen und Geröll und uns bleibt genügend Platz zum Ausruhen, das Wasser mit der Brandung ist wunderbar. Der Campingplatz ist nur 20 Geh-Minuten vom Stadtzentrum entfernt.

Collioure war ein altes Fischerdorf und nun ein touristischer Anziehungspunkt an der Côte Vermeille nördlich der Pyrenäen. Die alte Stadt mit den engen Gassen hat ihren Reiz durch die vielen kleine Geschäfte, die neben Weine der Region auch Malkunst und Schmuck anbieten. Es macht Spaß durch die Gassen zu schlendern, ab und zu in den Cafés einen Kaffee oder ein Glas Wein zu trinken.Am Abend genießen wir nach einem 20 minütigem Fussmarsch,
die herrliche Atmosphäre in der Altstadt von Collioure, in einem netten Lokal bei gutem Essen und leckerem Wein. Schade dass der Tag der Abreise so schnell naht.

 

Am Donnerstag fahren wir dann leider ab, Richtung Narbonne zum Autozug. Wie viele andere Motorradfahrer sind wir viel zu früh am Bahnhof, die Verladung dauert anscheinend ewig, dann werden wir mit dem Shuttle zum Personenbauhnhof gebracht und warten auch dort noch. Endlich geht´s los. Wir haben eine Kabine für uns alleine – Beine ausstrecken, wir verbringen den Abend mit Lesen, Rotwein trinken und der Gegend langsam auf Wiedersehen sagen.

Spezialitäten und Zementwerk

Der nächste Morgen ist kalt, viel Wasser liegt auf dem Zelt und der Platz steht nicht in der schönen Morgensonnen. Leider hat der Kiosk noch kein Brot gebacken, dauert noch ´ne Stunde. Wir packen alles zusammen und frühstücken dann doch in der Sonne, die es jetzt auch bis zu unserem Platz geschafft hat.

Wir fahren ein paar Kilometer nach La Pobla de Lillet. Der kleine Ort wurde durch den Jardin Artigas von Gaudi berühmt.

 Wir finden den berühmten Garten nicht und fragen an der Tankstelle. Der Tankwart erzählt was von Fußweg und wir tanken voll und fahren zunächst die enge Straße nach Castellar de ´n Hug. Das kleine Dorf soll exquisite Spezialitäten aus den Pyrenäen wie Würste, Brote, Honig und Marmeladen und natürlich Touri-Tüdelkram. Wir kaufen die speziellen Hartkekse mit Nüssen, Zähne zerreißend aber lecker.
Auf dem Weg zurück zu unserer Route fahren wir auf den Hof des alten Zementwerks. Der modernistische Bau wurde 1901 und 1904 erbaut und war bis in die 60er Jahre als erste Zementfabrik Kataloniens in Betrieb. Das bergige Gelände vereinfachte vor allem die Lagerung von Zement  Das beeindruckende Gebäude verfiel nach der Schließung der Fabrik immer mehr  und wurde in den letzten Jahren teilweise restauriert. Das Museum der Zementfabrik zeigt eine Ausstellung über Zement.
Wir fahren zurück nach La Pobla de Lillet und erreichen schnell Ripoll. Die C26 und C38 führt uns zur spanisch-französischen Grenze. Auf dem Pass machen wir Brotzeit. Wir suchen uns die spanische Aussicht und genießen einen Rückblick in das Comprodon-Tal.
Die Straße auf der französichen Seite ist schlecht, Schlaglöcher und schlechter Belag machen die Talfahrt anstrengend. Die Straßen werden breiter und irgendwann ist es eine 4 spurige Schnellstraße.

 

Rücktour, entlang der Südpyrenäen

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von der Familie Badia und fahren erstmalig zurück Richtung Küste.
Ab Benabarre fahren wir auf der N230 bis Puente de Montanana und biegen auf die kleinere und auch reizvolle C1311. Die Gegend ist karg und wir genießen die Luft. Südlich erscheint eine Ebene, die Serra del Montsec, während im Norden die über 2800m hohen Gebirge der Pyrenäen zu sehen ist. Recht zügig fahren wir über Temp die C1412 und die L511 nach Coll de Nargo.
In dem markanten Ort machen wir Pause in einem Straßencafe. Ein paar alte Männer sitzen draußen im Schatten. Ich hole  Kaffee und verschiedene Kuchenstücke aus dem vollen Cafe und wir reihen  uns in die Schlange der älteren Herrschaften. Die Männer bewundern lächelnd die Motorräder, machen anscheinend Scherze, dass wir bei der Hitze in den dicken Klamotten herumfahren. Zum Glück verstehen wir nix.
Die L401 führt uns in recht kurvigen Abschnitten durch die Serra d´Oden, und Serra de Canalda über den Coll de Jou. Die Straße schlängelt sich durch hohe Felsen hindurch, für den Blick in die weite Landschaft hat man während der kurvigen Fahrt kaum Möglichkeiten. Die Straße ist so eng, dass ein Halten fast nicht möglich ist.
Bei Berga fahren wir auf die stark befahrene C16, in einem großen Konvoi fahren wir mit 110km/h über die 4-spurige Straße.
Wir sind froh abbiegen zu dürfen und suchen uns für einen Zwischenstopp einen Campingplatz.
Der schlechteste ( und zugleich teuerste Campingplatz mit fast 30$) Campingplatz auf unserer Tour bietet dennoch einen schönen etwas zu kaltem Pool und ein paar Tische vor dem Restaurant, wo wir ein eiskaltes Bier genießen. Das Zelt haben wir weit weg von den Dauercampern nahe dem Fluss aufgebaut. Es wird früh dunkel und wir gehen recht früh schlafen.

 

Roda de Isabena

Am Samstag wollen wir mal mit den zu leihenden Mountain-Bikes in den Ort Roda de Isabena erobern und bekommen tiefen Respekt vor den Radfahrern, die in den Pyrenäen eine Fahrradtour machen. Die Tour zum 3 km entfernten Ort reicht völlig aus, um den Hut vor diesen Athleten zu ziehen. Erschöpft durchstreifen wir die historische Stadt, die Bischofssitz war.

Wir besuchen noch das Volksmuseum, wo Barbara frische Feigen angeboten bekommt und m,it Wonne verzehrt. Hier sind viele altertümliches Werkzeuge und Ackergeräte zu sehen, traditionelle Kleidung und häusliche Einrichtungen werden ebenfalls ausgestellt. Unter anderem bewundern wir die idyllisch plazierte Freilufttoilette. In den hinteren Räumen zeigt der Museumsbesitzer seinen ganzen Stolz: Flugzeug- und Kriegsschiffsmodelle sind in Vitrinen aufgebaut.
In der dreischiffigen Kathedrale befindet sich  ein  Sarkophag, und in der  Krypta, ist der heilige Ramon beigesetzt. Die Führung startet um 13:00 Uhr und wir folgen der spanisch und englisch sprechenden Reiseführerin. Leider begnügt sich ihr Englisch in der Herausgabe einer Kopie von zusammengestellten Informationen zur Kathedrale und der Geschichte Ramons. Zusammen mit einer Gruppe Interessierter gehen wir durch die heiligen Hallen und bewundern den Thron und den Bischofsstab des Ramon sowie die ausgestellten Gewänder.
Der Innenhof der Kathedrale ist der Abschluss der Führung.
Nach dem obligatorischen Kaffee in der Nähe der Kathedrale radeln wir wieder in das Tal zurück . Die Radtour verlängern wir noch ein wenig um im einzigen Lebensmittelgeschäft, das zusammen mit einer Tankstelle betrieben wird, einzukaufen.

Im Laden herrscht ein gewisses Chaos, Weine Mehl, Reis und Glühbirnen stehen unsortiert in den schiefen Regalen. Wir kaufen ein paar Sachen ein und gehen an die Kasse. Die Verkäuferin schiebt sich zur Kasse und scannt die Ware ein, na ja könnte passen. Das ist uns schon öfter aufgefallen, das selbst in sehr kleine Läden die Elektronik bei der Warenbestandsführung Einzug gehalten hat. Es wirkt etwas seltsam.. Wir zahlen und fahren zum Campingplatz, wo wir noch mal den Pool genießen.

Am Abend gehen wir im Restaurant am Campingplatz, wir hatten am Morgen schon das Abendessen bestellt und bei gutem Wein einen herrlichen „russischen Salat“ als Vorspeise. Das Hauptmenü sind Nudeln mit Hähnchen in Schinken gewickelt (Hähnchenrouladen) mit Gemüse und zum Dessert gibt’s natürlich Creme Catalane. Als die meisten Gäste mit dem 3-Gänge-Menü fertig waren gab es noch von Pepe und Hernando ein Ständchen für ein holländisches Geburtstagskind. Die Musik war einmalig, 2 Männer mit Gitarre und Gesang. Die Melodie klang noch lange nach.

 

 

Ins Isabena Tal

Es ist wieder packen angesagt, das klappt langsam immer besser und so geht’s zügig los. Wir fahren die N260 entlang dem Fluß Ara bis runter nach Ainsa und biegen auf die unspektakuläre A138, die uns am Embalse de Mediano und dann am Embalse de El Grado vorbei führen. Die Stausseen dienen dem Hochwasserschutz und der Trinkwassergewinnung, wobei die Kanäle Canal de Aragón y Cataluña und Canal del Cinca vom El Grado-Stausee abzweigen und für die Bewässerung der Landwirtschaft sorgen.

Die Landschaft ist eher weit und offen, die triste wirkende helle Gegend und eine schnurgerade Straße enttäuscht uns ein wenig, sind wir doch kurvigere Straßen gewohnt. Bei El Gradeo biegen wir auf die A2211 und befahren nun wieder eine schöne und kurvige Straße mit Blick auf eine weite Ebene.
In Graus machen wir eine Kaffeepause und kaufen Lebensmittel ein. Die Hauptstraße in dem Ort ist recht belebt: Wir halten vor einem gut besuchtem Café. Viele, vor allem ältere Leute halten kurz zum Plausch an, trinken einen Kaffee oder ein Bier und gehen nach einigen Glückwünschen und Schulterklopfen weiter.
Nach dem Einkauf geht auch unsere Tour weiter in das Isabena Tal. In dem Dorf La Puebla deRoda, nahe der Stadt Roda de Isabena, finden wir den Campingplatz www.camping-isabena.de.
Nach dem Zeltaufbau genießen wir den Pool und die Ruhe auf dem Platz.  Die Bäume spenden ein wenig Schatten und wir können schön entspannen.

Am späteren Nachmittag treffen einige Motorradfahrer ein und Benzingespäche lassen  nicht auf sich warten.

 

Ordesa und Desfiladero de Vellos

Bei mildem Wetter fahren am nächsten Morgen die N260 nach Sarvisé und biegen auf die HU 631, die uns am südlichen Rand des Ordesa Nationalpark vorbei führt. Der Nationalpark ist der Älteste in den Pyrenäen, und gehört seit 1997 zum Unesco-Welterbe und verfügt über eine einzigartige Fauna und Flora. Die tiefsten Schluchten des Kontinents mit bizarren Felsformationen, die an den Grand Canyon erinnern befinden sich hier.
Leider ist die Straße recht eng, um die beiden Autos, die auch keinen Platz machen, zu überholen. Die Kehren sind recht eng. Plötzlich stehen auf der Straße Baufahrzeuge, Walzen, Bagger und ein paar Bauarbeiter. Die Pkws bleiben stehen und der Mann mit der Fahne winkt uns vorbei. Wir kommen so eben an der Walze und den Lkws vorbei. Nun ist die Straße frisch geteert und die Teerspritzer kleben schon am Auspuff.
Der schönste Teil der Strecke ist Einbahnstraße und kann nur von Ost nach West gefahren werden, deshalb fahren wir die Route über Buerba und Carretera Gallisue nach Puyarruego und weiter nach Escalona, wo wir in einem Hotel an der Straße einen leckeren Cappuccino trinken.
Wir tanken voll und fahren auf der HU 631 bis Puyarruego zurück, biegen aber nicht ab sondern folgen dem Rio Yesa. Im Fluss baden einige, leider haben wir die Badesachen nicht dabei und fahren in die Schlucht.Traumhaft, sagenhaft, der Mund steht teilweise offen. Die Straße ist wirklich so eng, dass nur eine Einbahnstraße möglich ist. Der Fluss wechselt ab und zu die Seite, die Felsen schießen am Helm vorbei. Auf den Brücken sind Fotostopps selbstverständlich. Barbara fährt durch einen kleinen Tunnel und entdeckt einen Adler auf der linken Leitplanke, als anhält und den Fotoapparat herausholen möchte hebt er plötzlich ab und verschwindet Schade.
Da, wo der Rio Vellos in den Anisclo-Canyon abbiegt fahren wir die HU wieder auf der uns bekannten Strecke. Die Baufahrzeuge haben die Straße verlassen, dennoch spritzen die Steinchen mit Bitumen an das Motorrad. Barbara verneint meine Aussage, dass das Anisclo Tal den Eindruck des Grand Canyon wieder gibt. Der Blick in die Schlucht ist dennoch imposant.

Am Abend essen wir in der Stadt Broto. Die Auswahl an Lokalen ist eingeschränkt, aber ein gutes Menü wird überall angeboten. Nach der Lokalwahl kommt die Menüwahl auf der Terrasse eines niedlichen Restaurants. Wir nehmen das Menü, dass aus verschiedenen uns fremden Vorspeisen, Hauptgericht und Nachspeisen besteht, dazu gibt es eine Flasche Wein.
Als Vorspeise werden mir Linsen in leicht dicklicher Soße, Barbara eine mit Paste gefüllte Paprika serviert.
Als Hauptspeise gibt es für Barbara Lammkotelett mit gebratener Kartoffel und für mich Schweineschnitzel natur mit gebratener Kartoffel.
Das beste wie immer zum Schluss; einen Blätterteigkuchen mit Vanillepaste und Puderzucker und eine Art Creme Catalane. Das wird natürlich geteilt! Das war alles super lecker und macht den Abschied von Broto ziemlich schwer.
Nach einem Kräuterschnaps gehen wir bei Mondschein durch das vereinsamte Dorf Oto zurück zum Campingplatz.

Canfranc Estacion / Garganta del Escalar

Wieder fahren wir auf der N260, zunächst geht es in gut ausgebauten Kehren auf 1100m. Über einen relativ desolaten Straßenbelag geht es bis Biescas, wo sich die N260 breit und ausgebaut darstellt. Die Straße geht in eine Schnellstraße über und wir erreichen recht zügig den alten Bahnhof in Canfranc. In den zwanziger Jahren wurde eine Zuglinie zwischen Paris und Madrid geplant.

 Der kürzeste Wege durch die Pyrenäen führte duch Canfranc, wo eine Umspurmöglichkeit für die Züge geplant wurde und Pass- und Zollformalitäten erledigt werden sollten. Der Bahnhof neben dem ehemals üppigen Hotel wurde von 1921 bis 1925 gebaut. Die Wirtschaftkrise ließ die geplanten Umsätze platzen und die Strecke wurde stillgelegt. Heute fahren nur wenige Züge Richtung Spanien, das Gebäude zerfällt zusehend.
Nach einen Cappuccino und ein paar Tapas aus einer schmuddeligen Bar fahren wir auf der Schnellstraße zurück. Unterwegs waren uns einige Pilger aufgefallen, die auf der vielbefahrenen N330 den Jacobsweg ablaufen.
An Biescas vorbei, wird die Straße kurviger und wir erreichen den kleinen Ort Panticosa, mittlerweile ein modernes Skistädtchen. Von hier fahren wir in die schluchtähnliche Garganta del Escalar und erreichen den Kurort Balneario de Panticosa, dem ältesten Thermalbad Spaniens. Hier treffen wir auf recht moderne Bauten und aus dem Jugendstil stammende Gebäude. Hotel und Kurmittelhäuser wechseln sich ab. Am See machen wir eine kurze Pause und fahren die gleiche Strecke zurück nach Broto.
Nach einer angenehmen Dusche auf dem Campingplatz gehen wir zum Wasserfall von Broto, der Cascada de Sorrosal. Auf einem Schild wird die Entstehung der Pyrenäen erklärt. Das Aufeinanderprallen der eurasischen und der afro-iberischen Kontinentalplatte hat die verschiedener Gesteinsschichten in geschwungenen Linien umgewälzt. Riesige Kräfte müssen hier gewaltet haben gewesen.
Auf einem 600m langen Klettersteig entlang des Wasserfalls können die 200 Höhenmeter an einer Steilwand überwunden werden. Einige Kletterer hängen am Sicherungsseil. Wir bleiben auf festem Boden und gehen lediglich auf dem Gehweg zum Wasserfall und bewundern die Gesteinsverformungen, die wie Gesteinsgemälde wirken.
Nach dem Geologieunterricht kaufen wir etwas zum Abendessen ein. Die Verkäuferin in dem Gemischtwarenladen zeigt uns verschiedene Wurst- und Käsesorten und erklärt die Begriffe recht freundlich auf spanisch.
Wir genießen die Ruhe am Abend auf dem fast verlassenen Campingplatz bei Bier und leckerem Brot mit verschiedenen Aufschnitten der Region.

 

nach Aragon – Broto

Wir stehen früh auf, packen recht zügig Zelt & Co zusammen,es fängt auch tatsächlich an zu zu fisseln und wir gehen mit Sack und Pack zu den Stühlen des Restaurants an der Reception, wo es ab 9:00 Uhr Brot zu kaufen geben soll. Wir trinken unseren bereits gekochten Kaffee und warten auf Brot und auf die Öffnung der Rezeption. Erst nach 10:00 Uhr können wir bei der Rezeption unsere Übernachtungen bezahlen, aber der Kiosk bleibt verschlossen, es gibt kein Brot.
Zwei Schweizer Motorradfahrer warten zusammen mit uns auf die Abrechnung und können es ebenfalls nicht fassen, c’est la vie. Wir verabschieden uns von den beiden GS- und KTM Fahrern und fahren die C13 über Esterrid’ Aneu.
Von hier führt die Straße mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,9 Prozent zur Passhöhe „Port de la Bonaigua“ auf 2072m. Er ist der höchste Pass Kataloniens und einer der höchsten überhaupt in den Pyrenäen und verbindet das Pallars Sobirà mit dem Val d´Aran. Auf der anderen Seite geht es ebenso steil wieder bergab Richtung Vielha. In dem Städtchen suchen wir uns eine Bäckerei, um endlich zu frühstücken. Auf dem Parkplatz wimmelt es von Bergwanderern und Gruppen, die wohl in den Refugios des Baqueira-Beret, das größte Wintersportgebiet der spanischen Pyrenäen, wandern gehen wollen.
Wir folgen der N230 und halten kurz vor dem 5km langen Vielha-Tunnel und machen Frühstück, es fängt ganz leicht an zu fisseln und wir beeilen uns und fahren durch den dunklen Tunnel in das Valle de Barrabés und biegen auf die uns schon bekannte N260 ab und fahren den über den Coll de l´Espina in das Valle Fueva de Alta. Wieder eine enge Schlucht mit sehr schönen Fotomotiven.
Wir bleiben der N260 treu und fahren vorbei am Mirador de Jánovas, ein herrlicher Ausblick auf  Felsformationen und weite Täler bis nach Boltana, wo wir uns aus dem Geld beschaffen – aus einem Automaten. Wir fahren weiter bis in das kleine Bergdorf Broto am gleichnamigen Fluss und Tal gelegen, Ausgangsort vieler Wanderrouten im Nationalpark de Ordesa in den aragonesischen Pyrenäen.
Es herrscht reges Treiben und wir suchen den Weg zum Campingplatz in Oto, dem kleinen Nachbarort. Nach dem Zeltaufbau und dem Bad im etwas zu kühlem Pool gehen wir zu Fuß nach Broto. Wir gehen durch den Ort Oto, ein ziemlich verlassenes Örtchen, die Hunde laufen durch die leeren Gasse. Wir kaufen etwas zum Abendessen ein und genießen die Ruhe auf dem fast verlassenen Campingplatz.

 

Über die Grenze nach Sort

Wir beschließen am Abend die Route am folgenden Tag etwas abzuändern, wir wollen mit den vollbeladenen Motorrädern keine ganz kleinen Straßen befahren, sondern den direkten Weg nach Sort machen.Einen Abstecher der zwar einen kleinen Umweg bedeutet, zum größten Solarkraftwerk zum Sonnenofen von Odeillo sei erlaubt. Mit mehr als 3000 Stunden Sonnenscheindauer im Jahr ist die Cerdagne das sonnenreichste Fleckchen Frankreichs. Für Forschungszwecke in der Materialkunde und Werkstoffprüfung wurde der Sonnenofen 1970 in Betrieb genommen. Mit 63 einzelnen der Sonne nachgeführten Fangspiegel, mit einer Spiegelfläche von 2835 m² ist dieser Sonnenofen der Größte der Welt.

 

Ab der spanischen Grenze geht die N116 in die
N260 über und wird ab Bellver de Cerdanya deutlich kurviger. Wir folgen
der N260 und ab La Seu d´Urgell fahren wir in die hochalpine Region.
Steile Straßen und enge Kurven folgen. Am Himmel fliegen einige Adler,
als hätten sie uns im Visier. Nach einigen Stopps an sehr schönen
Aussichtspunkten erreichen wir Sort.

Eigentlich ist Sort ein hässlicher Ort aber wir finden einen schönen Campingplatz am Fluß Rio Noguera Pallaresa. Der wasserreiche Fluss wird von Fachleuten weltweit als einer der besten Wildwasserflüsse Europas geschätzt. Dank der tief verwurzelten Kajakbegeisterung ist die wichtigste Regattastrecke Spaniens Aigüerola, die mitten durch den Ort Sort verläuft, mittlerweile Austragungsort zahlreicher internationaler Wettkämpfe.Die Rezeption ist geschlossen, wir drücken die Klinke und ein junger Bursche in grünem T-Shirt springt uns entgegen und erklärt im gebrochenen Englisch, dass die Rezeption geschlossen sei und erst um 17Uhr wieder öffnet. Kein Problem, wir bauen das Zelt am Fluss auf und gehen durch den Ort, kommen kurz nach17:00 Uhr wieder. Der Bursche mit dem grünen T-Shirt springt uns wieder entgegen und meint „I´m the reception“ und öffnet die Rezeption.Der Platz am Fluss ist wunderbar, die Örtlichkeiten lassen aber die 3 Sterne im Logo des Campingplatzes stark vermissen, alles ist ein wenig heruntergekommen.

Der ganze Ort wirkt ähnlich wie der Campingplatz schmuddelig und irgendwie ungeordnet. Das mag daran liegen, daß die Saison vorbei ist.Einzig das Wettbüro erscheint im sauberen Kleid, geschmückt mit Fahnen mit kleinen Hexen. Es heißt, daß man in den Wettbüros von Sort immer gewinnt – Hexerei?Wir trinken in einem Straßencafe ein kühles Bier und beobachten den Fluß und die Straße.Am Abend wird es am Fluß recht frisch und wir gehen früh in´s Zelt.